
Uns allen [Intro] Vielleicht ist das hier alles, was wir haben. Ein blauer Punkt. Ein bisschen Wasser. Ein bisschen Zeit. Und wir tun so, als könnte irgendjemand davon mehr besitzen als der andere. [Verse 1] Morgens fällt die Sonne durch die Scheiben in die Stadt, irgendwo wird Kaffee warm, irgendwo ein Kind noch wach. Einer fährt zur Arbeit, einer schläft am Meer noch ein, einer zählt die letzten Münzen, einer zählt die Sterne heim. Und wir leben zwischen Montag und „vielleicht irgendwann“, bauen Häuser, zahlen Raten, bis man endlich atmen kann. Fünf Tage für zwei Tage, nennen das dann „freie Zeit“, vierzig Jahre funktionieren für ein bisschen Leichtigkeit. Wir sparen auf den Sommer, auf drei Wochen irgendwo, auf den Blick vom kleinen Balkon, auf ein Zimmer irgendwo. Und derselbe Wind, der hier durch unsere offenen Fenster zieht, trägt dort Rauch durch eine Straße, weil irgendeiner Grenzen zieht. Sag— Wie kann ein Strich auf einer Karte entscheiden, wem der Himmel gehört? Wie kann ein Mann an einem Schreibtisch bestimmen, wessen Morgen zerstört? [Pre-Chorus] Wir haben nur diese eine Welt, keine zweite hinterm Mond. Kein Reset. Kein „wir bauen sie neu“. Also sag mir— [Chorus] Die Welt gehört uns allen, jeder Atemzug, jedes Meer. Sag mir, warum Bomben fallen, als gehörte irgendwem hier mehr. Wir arbeiten ein Leben für ein bisschen Zeit im Licht. Ihr könnt Grenzen auf Karten malen— doch diese Welt gehört euch nicht. Die Welt gehört uns allen. Dem Kind. Dem Fremden. Dir und mir. Und wenn ihr fragt, wem dieses Stück Erde gehört: Uns. Allen. Hier. [Instrumental] [Verse 2] Sie reden von Interessen, von Strategie und Pflicht, doch ein Haus kennt keine Flagge, wenn sein Schlafzimmer zerbricht. Eine Mutter kennt kein Bündnis, wenn sie ihren Jungen sucht, und ein Kind versteht kein „Warum“, wenn der Himmel plötzlich ruft. Wir lernen schon als Kinder: „Teilen ist doch gar nicht schwer.“ Später nennt man Land Besitz und plötzlich gilt die Regel nicht mehr. Einer besitzt Millionen Meter, einer keinen Meter Raum. Einer entscheidet über Grenzen, einer verliert darin seinen Traum. Und während wir die Stunden zählen, Schicht für Schicht und Jahr für Jahr, spielen andere mit der Erde, als wär sie ihre Inventarliste da. Wir zahlen Strom. Wir zahlen Miete. Wir zahlen Steuern. Wir zahlen Zeit. Doch wenn irgendwo ein Mensch entscheidet: „Dieses Land gehört jetzt mir“— wer hat ihm das eigentlich erlaubt? [Beat Cut] WER HAT EUCH DAS EIGENTLICH ERLAUBT?! [Beat returns] Kein Gott hat euch die Erde überschrieben. Kein Meer trägt euren Namen. Kein Berg kennt eure Fahnen. Und kein Kind wird mit Grenzen im Kopf geboren— wir bringen sie ihm bei. [Pre-Chorus] Vielleicht haben wir zu lange gedacht: „Was kann ich schon tun?“ Vielleicht war genau das der bequemste Satz für die, die alles tun konnten. [Chorus] Die Welt gehört uns allen, jeder Atemzug, jedes Meer. Sag mir, warum Bomben fallen, als gehörte irgendwem hier mehr. Wir arbeiten ein Leben für ein bisschen Zeit im Licht. Ihr könnt Grenzen auf Karten malen— doch diese Welt gehört euch nicht. Die Welt gehört uns allen. Dem Kind. Dem Fremden. Dir und mir. Und wenn ihr fragt, wem dieses Stück Erde gehört: Uns. Allen. Hier. [Bridge] Who told you this was yours? The ocean? The mountain? The sky? Did the trees sign your papers? Did the rivers agree? Oder habt ihr irgendwann Linien gezogen und gehofft, dass niemand mehr fragt? [Pause] Denn wenn diese Erde wirklich jemandem gehört— dann dem, der gerade auf ihr steht. Dem, der gestern auf ihr stand. Und dem Kind, das morgen erst geboren wird. [Verse 3] Ich will keine neue Fahne, keinen neuen großen Thron. Keine Helden aus den Trümmern, keine nächste Revolution. Ich will nur, dass wir begreifen, was so lächerlich einfach klingt: Dass kein Sieg der Welt es wert ist, wenn danach ein Vater um sein Kind ringt. Dass ein Wald nicht „unser“ Wald ist, wenn wir ihn für immer verbrenn'n. Dass ein Meer nicht „unsres“ Meer ist, nur weil wir ihm Grenzen geb'n. Vielleicht sind wir nur Besucher, achtzig Jahre, wenn es reicht. Und wir streiten um die Zimmer in einem Haus, das keinem bleibt. Also arbeitet. Liebt. Baut euch etwas auf. Tanzt im Regen. Fahrt ans Meer. Aber wenn jemand wieder behauptet, dass sein Stück dieser Erde mehr wert ist als ein Mensch— dann sagen wir: [Build] Nein. Nicht dieses Mal. Nicht wieder. Nicht in unserem Namen. [Final Chorus] DIE WELT GEHÖRT UNS ALLEN! Jeder Atemzug, jedes Meer. Wie viele Bomben müssen fallen, bis wir endlich fragen: „Wofür?“ Wir arbeiten ein Leben für ein bisschen Zeit im Licht. Ihr könnt Grenzen auf Karten malen— DOCH DIESE WELT GEHÖRT EUCH NICHT! Sie gehört dem Kind in Gaza, dem Kind in Wien, dem Kind irgendwo am Meer. Dem, der glaubt. Dem, der zweifelt. Dem, der nichts mehr glauben kann. Keiner von uns nahm sie mit. Keiner von uns kam mit Land. Wir waren Gäste, lange bevor wir Besitzer spielten.
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