
[Intro] Zwischen Wetterbericht und Werbung brennt irgendwo die Welt. Wir hören kurz hin. Dann wird es still. [Verse 1] Mein Großvater sagt: „Dieses Haus hab ich mit meinen Händen gebaut.“ Jede Wand trägt seine Jahre, jeder Riss erzählt, woran er glaubt. Mein Vater sagt: „Ich mach das alles nur für euch.“ Kommt nach Hause, wenn wir schlafen, geht am Morgen, eh der Tag anbricht. Und wir Kinder lernten früh: Liebe zeigt man, indem man funktioniert. Man spricht von später, lebt für morgen, bis man merkt, dass man das Heute verliert. Wir haben uns daran gewöhnt, unsre Nähe in Terminen zu verwalten. Wir füllen Zimmer voller Dinge, doch finden keine Zeit, uns festzuhalten. Vielleicht meint es keiner böse. Vielleicht rennt nur jeder, weil jeder rennt. Doch wenn wir alles für die Zukunft tun – warum fühlt sie sich dann an, als hätte sie uns nie gekannt? [Pre-Chorus] Und wenn die Kinder später fragen: „Was habt ihr getan, als ihr es wusstet?“ [Stille] [Chorus] Was bleibt von uns … wenn unsre Namen längst verschwinden? Ein Haus, ein Bild, ein voller Schrank – oder eine Welt, in der noch Kinder Zukunft finden? Was bleibt von uns, wenn keiner mehr die Ausreden hört? Wir sagten immer: „Alles nur für euch.“ Doch sag mir – was war dieses Versprechen wert? [Post-Chorus] Was bleibt von uns? Was bleibt von uns? [Verse 2] Wir haben uns daran gewöhnt, dass irgendwo die Sirenen schrei’n. Solang sie hinter Glas verstummen, kann unser Abend friedlich sein. Ein Krieg passt heute auf den Bildschirm, zwischen Fußball, Urlaub, Sonderpreis. Ein Mensch wird erst zu einer Nummer, dann zu einer Meldung, dann wird weitergescrollt im Kreis. Früher kamen Bilder später. Heute sehen wir alles in Echtzeit. Vielleicht war früher nichts besser – nur das Wegsehen brauchte damals etwas mehr Zeit. Wir reden groß von Menschenwürde, doch rechnen klein, sobald sie Geld kostet. Drucken grüne Blätter auf Verpackungen, während hinter Türen jemand Zukunft gegen Gewinn verrechnet. Ein Politiker sagt: „Verantwortung.“ Ein Vorstand sagt: „Der Markt verlangt.“ Und jeder zeigt auf einen andern, bis am Ende niemand etwas ändern kann. Wir haben uns daran gewöhnt, zu sagen: „Was soll einer schon bewegen?“ Und Millionen gleicher Stimmen geben der Ohnmacht ihren Segen. [Pre-Chorus] Doch vielleicht ist diese Welt nicht kalt. Vielleicht haben wir nur viel zu lange so getan, als ginge sie uns nichts an. [Stille] [Chorus – größer] Was bleibt von uns … wenn unsre Namen längst verschwinden? Ein Haus, ein Bild, ein voller Schrank – oder eine Welt, in der noch Kinder Zukunft finden? Was bleibt von uns, wenn keiner mehr die Ausreden hört? Wir sagten immer: „Alles nur für euch.“ Doch sag mir – was war dieses Versprechen wert? [Verse 3] Meine Großmutter hob das Brot auf, weil sie wusste, was es heißt, wenn keines bleibt. Eine ganze Generation trug die Angst, dass sich die schlimmste Zeit noch einmal zeigt. Dann bauten sie aus Schutt ein Morgen, gaben weiter, was sie geben konnten. Doch manche alten Wunden wurden Regeln, über die wir später niemals sprechen sollten. Und auch wir sind nicht die Besseren. Wir tragen andre blinde Flecken mit. Wir kennen jedes Leid auf dieser Erde und vergessen es mit einem Fingerwisch. Vielleicht hat jede Generation ihre Ausreden und ihren Mut. Wir erbten nicht nur ihre Fehler – wir erbten auch die Kraft, zu sagen: „Jetzt ist gut.“ [Bridge] Vielleicht entscheidet nicht, wie lange wir geschwiegen haben. Vielleicht entscheidet, was wir tun, nachdem wir endlich etwas sehen. Vielleicht sind wir nicht schuld an jedem Feuer dieser Welt. Doch wir entscheiden jeden Tag, ob jemand allein davorsteht. Wir müssen keine Helden werden. Kein Denkmal tragen, keinen großen Namen. Vielleicht beginnt Veränderung mit einem Menschen, der sich weigert, sich noch einmal daran zu gewöhnen. [Bridge] Wir sind noch nicht die Antwort. Doch wir sind auch noch nicht zu spät. [Final Chorus] Was bleibt von uns … wenn unsre Namen längst verschwinden? Vielleicht ein Haus, vielleicht ein Lied, vielleicht der Mut, noch einmal neu zu beginnen. Was bleibt von uns, wenn unsre Kinder rückwärtssehen? Vielleicht nicht, dass wir niemals falsch lagen – sondern dass wir umgedreht haben, als wir sahen, wohin wir gehen. Was bleibt von uns? Wir sagten immer: „Alles nur für euch.“ Dann lasst uns heute etwas hinterlassen, das dieses Versprechen wirklich trägt. Eine Welt, in der noch Kinder Zukunft finden. Eine Welt, in der ein Menschenleben zählt. Eine Welt, die wir nicht nur unseren Kindern geben – sondern endlich mit ihnen teilen. [Outro – Radio, Piano, Kinderstimmen sehr entfernt] Zwischen Wetterbericht und Werbung brennt irgendwo die Welt. Diesmal hören wir hin. Diesmal bleiben wir.
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