
[Instrumental Intro] [Verse 1] Ich mag die Nacht, weil endlich keiner etwas von mir will, doch ausgerechnet dann wird's in mir einfach nicht mehr still. Ich geh seit Stunden die verdammten gleichen Fragen durch, nenn es Suche nach der Wahrheit. Meistens ist es Furcht. Ich will begreifen, was von mir am Ende bleibt, und zahl für jede neue Frage mit noch mehr von meiner Zeit. Es sind nur ein paar Häuser bis zu denen, die mir fehlen. Ich könnte längst dort sitzen. Ihr hättet sicher was zu erzählen. Ich sag: „Die Woche wird noch eng. Wir sehen uns irgendwann.“ Dann seh ich mir zwei Stunden lang das Ende aller Dinge an. Ich will euch nicht verlieren. Und wenn ihr nach mir fragt, bin ich der, der wieder „Heute geht es leider nicht“ sagt. [Pre-Chorus] Ich will doch leben. Warum fang ich dann nicht an? Warum brauch ich erst ein Ende, das ich glauben kann? [Chorus] Ich hab noch nicht gelebt, hab nur auf irgendwann gebaut. Hab viel zu viel vom Bleiben geredet und zu selten vorbeigeschaut. Ich hab noch nicht gelebt! Ich dachte, wir hätten noch Zeit. Ich war da, ich war doch immer da – warum war ich nicht dabei? [Verse 2] Und wenn ich so weitermache, wird das irgendwann normal. Ich fehl auf euren Bildern. Erst vereinzelt. Dann fast überall. Ihr fragt mich irgendwann nicht mehr. Nicht böse. Nur gewohnt. Weil sich das dritte Nachfragen bei mir ja doch nicht lohnt. Bei euren alten Witzen fehlt mir längst der Zusammenhang. Ich lache eine Sekunde später, damit's keiner merken kann. Ich kann erklären, wie ein Stern an seinem Ende stirbt. Nur nicht, wie man so nah wohnt und sich trotzdem ganz verliert. Und irgendwann steh ich dann da und sag: „Wo ist die Zeit?“ Als hätte sie sich weggeschlichen. Als wär ich nicht dabei. Als hätt ich nicht an jedem Abend wieder selbst gewählt, dass heute noch 'ne Antwort mehr als eure Nähe zählt. Was soll der Scheiß? Ich weiß es doch! Ich kenn den ganzen Mist. Ich weiß nur nicht, wie man mit etwas lebt, das endlich ist. [Pre-Chorus] Ich will doch leben. Warum fang ich dann nicht an? Warum brauch ich erst ein Ende, das ich glauben kann? [Chorus] Ich hab noch nicht gelebt, hab nur auf irgendwann gebaut. Hab viel zu viel vom Bleiben geredet und zu selten vorbeigeschaut. Ich hab noch nicht gelebt! Ich dachte, wir hätten noch Zeit. Ich war da, ich war doch immer da – warum war ich nicht dabei? [Bridge — instruments cut] Ich will Mom einfach anrufen. Nicht erst, wenn irgendetwas fehlt. Und Paps was erzählen, ohne dass mein Kopf die Jahre zählt. Ich weiß, was ich dir raten würde, wärst du so verloren wie ich. Ich hätte all die guten Worte. Warum helfen sie mir nicht? [Build] Ich weiß doch, was ich machen muss. Warum mach ich's dann nicht? WARUM MACH ICH'S DANN NICHT? [Final Chorus] Ich hab noch nicht gelebt, hab nur auf irgendwann gebaut. Hab viel zu viel vom Bleiben geredet und zu selten vorbeigeschaut. Ich hab noch nicht gelebt! Ich dachte, wir hätten noch Zeit. Ich bin da, ich bin doch immer da – warum bin ich nicht dabei? [Silence] [Outro — almost spoken] Ich hatte heute Zeit.
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