
[Verse 1] Ich seh’ den Zorn in deinen Augen, doch ich seh’ auch, wo er begann. Keiner kommt als Sturm zur Welt, irgendwer hat Wind gemacht irgendwann. Du schlägst nach draußen, weil es innen brennt, du nennst es Wahrheit, doch es klingt nach Schmerz. Wenn eine Seele sich selbst nicht kennt, wirft sie ihre Schatten in ein fremdes Herz. Und ich hab’ gelernt, nicht jedes Wort zu zünden, nicht jeder Reiz braucht meine Reaktion. Man kann ein Feuer nicht mit Feuer binden, man führt es leise aus der Explosion. Da, wo du stehst, ergibt es Sinn, mit all den Bildern, die man dir gab. Wär’ ich gegangen, wo du gegangen bist, wer weiß, vielleicht wär’ ich genauso hart. [Pre-Hook] Sie wissen oft nicht, was sie tun, sie handeln nur aus alten Spuren. Man hat sie klein gehalten, stumm, und nannte ihre Wunden Natur. [Hook] Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, doch erst, wenn du dich selber hältst. Wenn du dein eigenes Dunkel kennst, wirst du nicht blind, wenn ein anderer brennt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, nicht weil er recht hat, wenn er fällt. Sondern weil du in ihm erkennst: Auch er sucht heim, auch er sucht Mensch. [Verse 2] Ein Mensch gibt ab, womit er geladen ist, wer Gift getrunken hat, spuckt selten Wein. Wer nie gelernt hat, was Erbarmen ist, hält Härte oft für stark und rein. Doch ein bewusstes Wort kann Ketten lösen, wenn es nicht sticht, nicht richtet, nicht beschämt. Es sagt: Ich seh’ den Grund für deine Größe, auch wenn dein Schmerz sich grad daneben benimmt. Ich muss dich nicht besiegen, um zu siegen, ich muss dich nicht erniedrigen, um klar zu sein. Ich kann die Waffe deiner Sprache wiegen und leg’ sie sanft zurück in deinen Schrein. Denn Reizwörter sind kleine Minen, Religion, Herkunft, Stolz und Schuld. Ein falscher Ton kann Massen bedienen, ein richtiger Ton schenkt Raum und Geduld. [Pre-Hook] Jeder Glaube trägt Erkenntnis, doch die Masse macht daraus ein Schild. Und wer nur über Decknamen lenkt, hat längst vergessen, was im Einzelnen gilt. [Hook] Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, doch erst, wenn du dich selber hältst. Wenn du dein eigenes Dunkel kennst, wirst du nicht blind, wenn ein anderer brennt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, nicht weil er recht hat, wenn er fällt. Sondern weil du in ihm erkennst: Auch er sucht heim, auch er sucht Mensch. [Verse 3] Ich bin nicht dieser Körper nur, nicht diese Herkunft, nicht mein Gesicht. Der Avatar zeigt eine Spur, doch was mich führt, sieht man daran nicht. Mein Handeln zeigt, wie wach ich bin, ob ich zerstöre oder Räume bau’. Ob ich in dir nur Fehler find’, oder schon den Samen deiner Blume schau’. Vielleicht wurdest du in Kälte gepflanzt, in Angst gegossen, mit Scham erzogen. Vielleicht hat man dir früh beigebracht, dass Liebe Lohn ist und Kontrolle oben. Vielleicht war deine Welt ein enger Raum, in dem man Denken mit Gehorsam tauscht. Und jeder Traum, der in dir aufstand, wurde mit alten Regeln ausgelöscht. Doch ich seh’ etwas, bevor du’s siehst, nicht als Befehl, nicht als Gesetz. Ich sag’ nur: Da ist mehr in dir, als das, was dich im Innern hetzt. [Bridge] Ich werde dir nicht sagen, wer du bist, ich geb’ dir nur ein Werkzeug in die Hand. Du darfst entscheiden, was davon für dich ist, du darfst auch prüfen, was ich erkannt. Ich will kein Herrscher über deinen Weg sein, kein neuer Name auf dem alten Thron. Ich will nur zeigen: Du kannst größer denken, ohne dich zu verlieren in der Mission. Vergebung heißt nicht: Alles war gerecht. Vergebung heißt: Es herrscht nicht mehr in mir. Der Schmerz war nicht umsonst, er wurde echt, er wurde Schlüssel, wurde Tür. [Hook] Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, doch erst, wenn du dich selber hältst. Wenn du dein eigenes Dunkel kennst, wirst du nicht blind, wenn ein anderer brennt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, nicht weil er recht hat, wenn er fällt. Sondern weil du in ihm erkennst: Auch er sucht heim, auch er sucht Mensch. [Outro] Und wenn ich mich erkenne, muss ich dich nicht mehr hassen. Ich seh’ die Ketten an dir glänzen, und kann sie trotzdem nicht für Wahrheit lassen. Ich liebe nicht dein Unbewusstes, nicht den Schaden, den es macht. Ich liebe das, was darunter wartet, wenn in dir ein Licht erwacht. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, heißt nicht: Lass alles mit dir machen. Es heißt: Bleib wach, bleib klar, bleib Mensch, und hilf dem Frieden, Sprache zu entfachen.
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