
[Intro – leise gezupfte Saiten, tiefe Rahmentrommel, ferne Flöte. Nächtliche, warme Atmosphäre. Ein einzelner männlicher Barde beginnt mit tiefer, rauchiger, charismatischer Stimme. Erzählerisch und geheimnisvoll, zunächst fast gesprochen.] Kommt näher, Fremde, tretet ein, wo Feuer auf den Mauern scheint. Wo Staub die alten Straßen kennt und jede Tür Geschichten nennt. [Die Stimme wird wärmer und rhythmischer. Ein hörbares Lächeln liegt im Vortrag. Handtrommeln setzen sanft ein.] Ihr kommt von fern, ihr kommt vom Meer, vom kalten Nord, vom Westen her. Doch wer in Seluks Schatten steht, weiß bald, wie hier ein Gruß ergeht. [Kurze Pause. Die Instrumente verstummen beinahe vollständig. Der Barde singt langsam und feierlich.] Dar sahir orn elar. [Ein kleiner gemischter Chor antwortet ruhig und würdevoll.] Dar talir. [Die Rahmentrommel setzt wieder ein. Wechselgesang zwischen Barde und Chor.] [Der Barde:] Ich gebe Herz und Seele hin. [Der Chor:] Ich gebe, um zu dienen. [Der Barde:] So grüßt der Wanderer den Gast, bevor die Nacht die Wege fasst. [Die Musik öffnet sich. Gezupfte Saiten, Handtrommeln, Flöte und helle Glöckchen. Der Rhythmus wird lebendiger.] He, kommt und seht die roten Dächer, die offenen Tore, die vollen Becher. Hier feilscht der Händler, dort ruft das Kind, und irgendwo trägt Gewürze der Wind. In Karsuns Gassen glüht die Nacht, bis selbst der Mond am Himmel lacht. Ein Tuch wird schwer, ein Becher leer, ein Lied beginnt – und will noch mehr. [Refrain – kraftvoller Call-and-Response. Der Barde ruft die erste Zeile, der Chor antwortet. Festlich und mitreißend, aber nicht hymnisch.] [Der Barde:] Dar sahir orn elar! [Der Chor:] Dar talir! [Der Barde:] Wer gibt, der kommt als Fremder an – [Der Chor:] Und geht vielleicht als Freund davon. [Der Barde:] Dar sahir orn elar! [Der Chor:] Dar talir! [Alle Stimmen gemeinsam:] Wo Wanderer ihre Wege teilen, darf selbst die müde Seele verweilen. [Instrumentales Zwischenspiel – verspielte Flöte, gezupfte Saiten und rhythmische Handtrommeln. Lebendige Straßenatmosphäre.] [Der Barde wieder allein, erzählerisch und verschmitzt:] Man sagt, im Osten schläft kein Stein, denn selbst die Mauern hören ein. Die Alten erzählen bei süßem Wein von Königen, Dieben und Wüstenschein. Doch fragt nicht gleich nach wahr und falsch. Ein Lied kennt seinen eignen Hals. Was heute Lüge, morgen Brauch, wird übermorgen Wahrheit auch. [Die Instrumentierung wird zurückgenommen. Die Stimme wird vertraulicher und verschwörerischer, als erzähle der Barde nur noch einem einzelnen Reisenden.] Und wenn ihr fragt, was Seluk sei: Ein Markt? Ein Reich? Ein Traum dabei? Dann bleibt noch eine Nacht bei uns. Vielleicht versteht ihr’s irgendwann. [Kurzer Trommelschlag. Danach beginnt der große Schlussrefrain. Rhythmisches Klatschen und kräftigere Percussion. Der Chor wächst deutlich an.] [Der Barde:] Dar sahir orn elar! [Der Chor:] Dar talir! [Der Barde:] Ich gebe Herz und Seele hin – [Der Chor:] Ich gebe, um zu dienen. [Der Barde:] Dar sahir orn elar! [Der Chor:] Dar talir! [Alle Stimmen gemeinsam, warm und kraftvoll:] Wo Wanderer ihre Wege teilen, darf selbst die müde Seele verweilen. [Die Musik wird langsamer. Der Chor verstummt. Nur gezupfte Saiten, eine leise Flöte und einzelne tiefe Trommelschläge bleiben.] [Der Barde allein, tief, warm und beinahe gesprochen:] Seid willkommen, Wanderer. [Kurze musikalische Pause.] Die Straße war lang. [Letzte gezupfte Note.] Nun seid ihr hier.

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