
[Intro] Ja … Er sitzt nur da, doch hinter seinen Augen gehen gerade tausend Sonnen auf. Keiner merkt’s. --- [Strophe 1] Ich lieg zurück, der Nachmittag wird langsam, die Welt redet laut, doch mein Kopf bleibt entspannt. Ein Blick aus dem Fenster, schon verschiebt sich der Raum, aus ’nem Fleck an der Wand wird ein Kontinent im Traum. Ich zieh Straßen durch Städte, die noch niemand betrat, geb den Häusern Geschichten und den Nächten einen Staat. Lass zwei Fremde sich finden unter violettem Licht, geb ihnen zwanzig Jahre — doch sie wissen es nicht. Ich setz Monde an Himmel, wo vorher keiner hing, lass ein Volk an mich glauben, obwohl ich gar nichts bin. Baue Sprachen aus Geräuschen, geb der Stille einen Sinn, und während du mich ansiehst, leb ich längst schon mittendrin. Doch sobald mir eine neue Konstellation gefällt, wird aus Ewigkeit ein Augenblick — und aus dem Augenblick fällt eine Welt. --- [Refrain] Ich bin der Tagträumer, erschaffe Leben nebenbei. Mach aus einem leeren Gedanken eine ganze Galaxie. Ich bin der Tagträumer, und wenn mir etwas nicht mehr reicht, lösch ich tausend Universen, weil schon wieder etwas Neues steigt. Ganz lässig, ganz leise, kein Abschied, kein Feuer, kein Lärm. Ich vergesse alte Welten, denn die nächste ruft schon von fern. --- [Strophe 2] Ich geb Königen Gesichter, geb den Bettlern eine Krone, setz Rebellen in Paläste, bau aus Hoffnung eine Drohne. Lass Maschinen Gefühle und die Berge sprechen lernen, setz Erinnerung in Wasser und Gedanken in die Sterne. Meine Figuren glauben, dass ihr Schicksal sie bewegt, doch ich ändere die Richtung, wenn mein Atem sich verdreht. Eine Liebe wird geboren, eine ganze Dynastie, dann fällt mir etwas Besseres ein — und plötzlich gab es sie nie. Kein Grabstein, keine Chronik, kein Beweis, dass sie mal waren, nur ein Schatten einer Szene zwischen halb geschloss’nen Lidern. Vielleicht stand dort eine Stadt, vielleicht tobte dort ein Krieg, vielleicht fand dort jemand Frieden — doch ich weiß es heute nicht. Denn mein Kopf ist keine Wohnung, mein Kopf ist offenes All. Jede Idee wird kurz zur Schöpfung, jede Schöpfung irgendwann zu Schall. --- [Refrain] Ich bin der Tagträumer, erschaffe Leben nebenbei. Mach aus einem leeren Gedanken eine ganze Galaxie. Ich bin der Tagträumer, und wenn mir etwas nicht mehr reicht, lösch ich tausend Universen, weil schon wieder etwas Neues steigt. Ganz lässig, ganz leise, kein Abschied, kein Feuer, kein Lärm. Ich vergesse alte Welten, denn die nächste ruft schon von fern. --- [Bridge] Vielleicht bin ich dort drinnen Gott. Vielleicht nur ein Besucher. Vielleicht bin ich der Anfang und gleichzeitig der letzte Zuschauer. Vielleicht fragen meine Welten: „Warum lässt er uns allein?“ Doch bevor ich ihnen antworte, fällt mir schon ein neuer Himmel ein. Und ich geh … --- [Outro] Zur nächsten Stadt. Zum nächsten Namen. Zum nächsten Leben ohne Vergangenheit. Zum nächsten Stern. Zum nächsten Anfang. Zur nächsten kleinen Unendlichkeit. Ich bin der Tagträumer. Ich erschaffe alles. Und behalte fast nichts.

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