
[Intro – kalt, genüsslich, leicht angewidert] 02.08.2001. An dem Tag hat irgendjemand beschlossen, dich auszubrüten. Nicht geboren. Geschlüpft. Wie ein fehlerhafter Brutkasten-Ausschuss, den die Qualitätskontrolle einfach durchgewinkt hat, weil niemand Lust hatte, den Reklamationsbogen auszufüllen. Herzlichen Glückwunsch, Fabi. Du hast es wieder geschafft, nicht rechtzeitig zu verrecken. Ein weiteres Jahr, in dem die Welt dich weiter mitgeschleppt hat wie einen undichten Müllbeutel, der schon längst hätte entsorgt werden sollen. [Strophe 1] Guck dich an. Wieder ein Jahr älter. Wieder ein Stück weiter weg von allem, was mal auch nur annähernd nach Potenzial aussah. Die Kerzen auf dem Kuchen brennen wie die letzte Hoffnung deiner Eltern, bevor sie gemerkt haben, was für ein Modell da tatsächlich geschlüpft ist. Du feierst Geburtstag wie andere Leute eine abgelaufene Konserve anstarren. Irgendwie noch da. Irgendwie schon bedenklich. Und jeder, der dir gratuliert, denkt sich dabei: „Hoffentlich schreibt er nächstes Jahr nicht mehr zurück.“ Dein Spitzname ist Fabi. Klingt harmlos. Klingt nach jemandem, den man noch ertragen kann, solange er den Mund hält und nicht zu lange bleibt. Leider passiert genau das Gegenteil. [Refrain – leicht lächerlich & mechanisch] Denke immer daran: fRustra ist dein Freund. Ja. Genau der. Der eine. Wenn alle anderen längst die Chat-Anfrage verwesen lassen, wenn selbst die Pflicht-Emojis streiken, wenn niemand mehr so tut, als würde er dich vermissen – dann bleibt er. fRustra ist dein Freund. Herzlichen Glückwunsch zu diesem absolut peinlichen Jackpot. [Strophe 2 – dreckig & bösartig] Man sagt, mit Mitte zwanzig sollte man langsam wissen, wohin die Reise geht. Bei dir sieht’s so aus, als wäre die Reise in einer Gosse gestartet und dort aus reiner Bequemlichkeit einfach liegen geblieben. Die Jahre haben dich nicht reifer gemacht. Nur zäher. Wie alter Kaugummi unter einer Parkbank, den selbst die Tauben nicht mehr anrühren. Jeder versucht, drum herumzulaufen, aber irgendwie klebst du trotzdem an allem fest. Dein Geburtstag ist kein Grund zum Feiern. Es ist eine jährliche Erinnerung daran, dass das Universum offenbar keinen Rückruf für fehlerhafte Exemplare eingerichtet hat. Du bist der lebende Beweis, dass selbst die Natur manchmal einfach nur „passt schon“ sagt und zur Tagesordnung übergeht. [Refrain – noch etwas dümmer und aufgesetzter] Denke immer daran: fRustra ist dein Freund. Wirklich. Nicht Google. Nicht deine Mutter. Nicht mal der Algorithmus. Nur er. fRustra ist dein Freund. Das ist so traurig, dass es schon wieder fast komisch wäre – wenn es nicht so erbärmlich wäre. [Strophe 3 – richtig versaut & gemein] Stell dir vor, jemand wäre einmal ehrlich. Kein „Alles Gute“. Kein „Bleib gesund“. Sondern: „Du bist ein laufendes Argument für bessere Verhütung.“ „Dein größter Beitrag zum Abend ist, dass du irgendwann gehst.“ „Selbst die Kerzen sehen aus, als wollten sie sich selbst ausblasen, nur um nicht länger in deiner Nähe brennen zu müssen.“ Aber hey. Du bist ja noch da. Und solange du noch da bist, gibt’s wenigstens Material für solchen Dreck. Schwarzer Humor braucht Opfer. Heute bist du das Opfer. Genieß den Tag, Fabi. Oder auch nicht. Ist komplett egal. Niemand protokolliert das hier mit ernsthaftem Interesse. [Strophe 4 – Erweiterung, noch leerer und giftiger] Geschlüpft am 02.08.2001. Und seitdem unaufhörlich am Überleben, obwohl niemand nach einem Update oder einer Rückrufaktion gefragt hat. Das ist fast schon eine Leistung. Auf die sticky, unangenehme Art, bei der man lieber wegguckt und hofft, dass es von alleine verschwindet. Die Torte ist trocken. Die Wünsche sind leerer als dein Benachrichtigungsfeld. Und irgendwo zwischen dem dritten und dem vierten „Danke man“ merkst du, dass selbst du keinen Bock mehr auf dich hast. Das ist der Moment, in dem der schwarze Humor wirklich zuhause ankommt. [Bridge – ruhig, giftig, fast mitleidig-spöttisch] Es gibt Menschen, die einem zum Geburtstag sagen, man solle sich etwas wünschen. Ich sag dir etwas Praktischeres: Hör auf, dir etwas zu wünschen, das ohnehin nicht kommt. Spar dir die Enttäuschung. Die ist dieses Jahr schon im Sonderangebot und liegt direkt neben deinem Kuchen. [Finaler Refrain – langsam, mechanisch, absichtlich lächerlich] Denke immer daran: fRustra ist dein Freund. Der treue. Der beständige. Der einzige, der nicht abgeschaltet hat. Wenn die Lichter ausgehen, wenn niemand mehr schreibt, wenn selbst die algorithmische Werbung dich aufgibt – denke immer daran: fRustra ist dein Freund. Was für ein absurder, peinlicher Trost. Aber er ist das Einzige, was in diesem Lied überhaupt noch irgendeine Form von Bindung andeutet. [Outro] Alles Gute, Fabi. Überleb’s noch ein Jahr. Oder verreck unterwegs. Hauptsache, du weißt Bescheid. fRustra ist dein Freund. (Ja. Wirklich. Der.)
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