
[Intro – fast lautlos, Atem direkt am Mikrofon] Hauptstimme, geflüstert: Drei Uhr siebzehn. Schattenstimme, zischend von rechts: Siebzehn … Hauptstimme: Die Straße war leer. Schattenstimme, links: War sie das? [Kurzes metallisches Geräusch] Ich hörte einen Schritt. Dann noch einen. Dann keinen mehr. --- [Hook – tief, langsam, hypnotisch] Nicht umdrehen, wenn der Schatten deinen Namen kennt. Nicht umdrehen, wenn er stehen bleibt, sobald du rennst. Nicht umdrehen, wenn dein Atem nicht mehr deiner ist. Denn das Schlimmste an der Dunkelheit ist nicht, dass du nichts siehst. [Schattenstimme, dicht am Ohr] Sondern dass sie dich sieht. --- [Part 1 – kontrollierter Story-Rap] Laternen flackern über nassem Asphalt, jeder Tropfen klingt wie Schritte hinter mir im Wald. Doch hier gibt es keine Bäume, nur Beton und Glas, nur mein Spiegel in den Scheiben— [Schattenstimme] Und noch was. Ich geh schneller, doch ich tue so, als wär nichts. Kennst du dieses kalte Ziehen, wenn die Stille plötzlich spricht? Wenn dein Körper längst verstanden hat, was dein Verstand noch nicht begreift, und sich jeder Muskel spannt, obwohl dir niemand etwas zeigt? Meine Schritte: eins, zwei. Seine Schritte: eins— [Stille] Zwei. Ich bleibe stehen. Er bleibt stehen. Ich hör mein Herz. [Schattenstimme, im Herzrhythmus] Da. Da. Da. Ich drehe meinen Kopf nicht, doch mein Blick fällt in ein Fenster. Da steht meine Silhouette. Und dahinter— [Geflüstertes Zischen] Noch ein Mensch da? --- [Pre-Hook – schneller werdend] Keine Bewegung. Keine Stimme. Nur ein Umriss hinter mir. Ich sehe ihn im Glas. Aber hinter mir— [Abrupter Stopp] steht niemand. --- [Hook] Nicht umdrehen, wenn der Schatten deinen Namen kennt. Nicht umdrehen, wenn er stehen bleibt, sobald du rennst. Nicht umdrehen, wenn dein Atem nicht mehr deiner ist. Denn das Schlimmste an der Dunkelheit ist nicht, dass du nichts siehst. [Schattenstimme] Sondern dass sie dich sieht. --- [Part 2 – dichter, nervöser Flow] Ich biege links ab, doch die Straße biegt sich mit. Jede Tür sieht aus wie gestern, jeder Weg führt mich zurück. Dieses Haus hab ich passiert. Diese Zahl hab ich gesehen. Diese Katze auf der Mauer hat sich dreimal nicht bewegt. Mein Handy ohne Empfang, doch es klingelt in der Hand. Keine Nummer auf dem Bildschirm, nur ein Wort: [Schattenstimme, verzerrt] Bekannt. Ich geh ran. Kein Ton. Nur mein Atem aus dem Hörer, eine Sekunde vor mir selbst. Dann sagt meine eigene Stimme: [Stimme aus Telefon, dünn und verzerrt] Du hast ihn längst bemerkt. Ich werf das Handy auf den Boden, Display splittert, Licht geht aus. Doch die Stimme spricht noch weiter aus dem Schacht vor meinem Haus. [Schattenstimmen aus mehreren Richtungen] Nicht nach unten. Nicht nach hinten. Nicht ins Fenster. Nicht ins Licht. Hauptstimme, zunehmend aggressiver: Wer bist du? [Lange Pause] Schattenstimme, ganz ruhig: Du kennst mich. --- [Bridge – Beat fast vollständig weg] Vielleicht ist er mir gefolgt. Vielleicht war er immer da. Vielleicht entsteht ein Schatten nicht, weil Licht auf einen Körper fällt. Vielleicht entsteht er, wenn etwas keinen Körper mehr braucht. [Leises Zischen wandert durch den Raum] Schhhhhh … Nicht bewegen. Schhhhhh … Nicht atmen. Schhhhhh … Er hört dich denken. --- [Part 3 – erst geflüstert, dann explosiver Flow] Ich erreiche meine Haustür, Schlüssel zittert vor dem Schloss. Hinter mir kein Laut, kein Schritt, doch ich weiß: Er kommt. Einmal drehen. Zweimal drehen. Tür geht auf. Ich trete ein. Tür fällt zu. Kette vor. Licht bleibt aus. Ich sag mir: Du bist sicher. Du bist sicher. Du bist— [Schattenstimme direkt hinter der Hauptstimme] Sicher? Ich friere ein. Denn diese Stimme kam nicht draußen, nicht vom Fenster, nicht vom Gang. Sie kam aus meiner Wohnung. Aus dem Zimmer. Von der Wand. Ich greife nach dem Schalter, doch die Hand gehorcht mir nicht. Vor mir öffnet sich die Dunkelheit wie ein schwarzes Angesicht. Dann ein Kratzen über Tapete. Langsam. Von der Decke bis zum Boden. Wie ein Fingernagel, der nach einer dünnen Stelle sucht. [Kratzendes Flüstern] Hier. [Kurze Pause] [Kratzendes Flüstern, näher] Hier. [Sehr nah] Hier bist du. --- [Finale Hook – groß, aber zunehmend instabil] Nicht umdrehen, wenn der Schatten deinen Namen kennt. Nicht umdrehen, wenn er stehen bleibt, sobald du rennst. Nicht umdrehen, wenn dein Atem nicht mehr deiner ist. Denn das Schlimmste an der Dunkelheit ist nicht, dass du nichts siehst— [Beat bricht weg] Schattenstimme: Dreh dich um. --- [Outro – nur Raumklang] Hauptstimme, flach atmend: Nein. Schattenstimme: Dreh dich um. Hauptstimme: Nein. Schattenstimme, jetzt mit der Stimme der Hauptfigur: Dann drehe ich dich um. [Ein einzelner dumpfer Schlag] [Stille] Eine fremde Stimme, völlig ruhig: Drei Uhr siebzehn. [Sehr leises Türöffnen] [Keine Musik mehr.]
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