
[Intro – Funkgerät, geflüstert] „Zielperson gesichtet. 22:17 Uhr. Sichtkontakt.“ Mehr sollte es nicht sein … [Strophe I] Dein Name lag kalt in meiner Hand, ein Foto, eine Nummer, unbekannt. Ein schwarzer Wagen, gegenüber geparkt, Fenster halb offen, die Straße war nass. Ich kannte den Auftrag, ich kannte die Pflicht, komm dir nicht zu nahe, zeig dein Gesicht nicht. Nur Zeiten und Wege, nur Fakten notieren — kein Zögern, kein Fragen, nur observieren. Dann tratst du ins Licht dieser flackernden Bar, und nichts in der Akte erklärte, was ich sah. Wie du für Sekunden im Regen stehen bliebst, als würdest du hören, wie die Dunkelheit zieht. [Pre-Refrain] Jede Minute wird protokolliert, doch keine Zeile erklärt, was passiert, wenn aus sicherem Abstand Verlangen entsteht und der Jäger nicht weiß, wohin er selbst geht. [Refrain] Ich soll dich nur observieren, nicht dein Schweigen interpretieren, keine Sehnsucht protokollieren, keinen klaren Kopf riskieren. Doch du wirst vom Fall zu meinem Fieber, jede Nacht zieht mich tiefer zu dir. Wenn ich bleibe, verlier ich mich, wenn ich gehe, verlier ich dich. Ich soll dich nur observieren — doch wer überwacht jetzt mich? [Strophe II] Seit sieben Nächten dieselbe Allee, kalter Kaffee, dein Schatten im Café. Ich kenne dein Lächeln, bevor es entsteht, erkenne am Schritt, wie dein Abend vergeht. Doch ich kenne dich nicht — das rede ich mir ein, halte die Linse zwischen Wahrheit und Schein. Die Akte nennt Gründe, warum man dir misstraut, doch Papier hat noch niemals einem Menschen geglaubt. Du hilfst einer Fremden, die Tasche zu tragen, bleibst vor einem Schaufenster stehen, ohne zu fragen. Und plötzlich wirkt alles, was man über dich schrieb, wie ein schlecht formulierter Beweis gegen Licht. Mein Auftraggeber fragt: „Gibt es etwas zu sehen?“ Ich sage: „Noch nichts“ — und kann mich selbst nicht verstehen. Denn ich sehe zu viel, doch berichte zu wenig, und aus professionell wird gefährlich lebendig. [Pre-Refrain] Jede Bewegung wird von mir registriert, während mein eigener Kompass die Richtung verliert. Zwischen Moral und magnetischer Nähe kippt jede Gewissheit, sobald ich dich sehe. [Refrain] Ich soll dich nur observieren, nicht dein Schweigen interpretieren, keine Sehnsucht protokollieren, keinen klaren Kopf riskieren. Doch du wirst vom Fall zu meinem Fieber, jede Nacht zieht mich tiefer zu dir. Wenn ich bleibe, verlier ich mich, wenn ich gehe, verlier ich dich. Ich soll dich nur observieren — doch wer überwacht jetzt mich? [Bridge – Spannung steigt] „Abbruch empfohlen“, rauscht es im Ohr. Doch du bleibst plötzlich vor deinem Fenster stehen. Drehst dich langsam zu meiner Straße — zu meinem Wagen — zu mir. Kannst du mich sehen? Hast du es längst schon gewusst? Bin ich noch der Schatten — oder folge ich nur deiner Spur? Du hebst deine Hand an die Scheibe, zeichnest einen Kreis in den Dunst. Dann schreibst du mit einem Finger nur ein einziges Wort: „Warum?“ [Finaler Refrain] Ich sollte dich nur observieren, doch begann, mich selbst zu verlieren. Sollte Beweise dokumentieren — jetzt muss ich mein Begehren verhören. Du bist mein Auftrag, mein Alibi, mein schönstes Risiko um halb vier. Wenn ich bleibe, verrate ich mich, wenn ich gehe, verrate ich dich. Ich sollte dich nur observieren — doch jetzt beobachtest du mich. [Outro – leise, offen] Das Telefon vibriert: „Sofort Bericht erstatten.“ Ich öffne die Datei, setze den Cursor hinter deinen Namen und schreibe: „Zielperson …“ Dann klopft jemand an meine Scheibe.
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