
[Strophe 1] Wir waren Kinder ohne Namen für die Front, ohne Ahnung, was noch kommt, ohne Grenzen in den Köpfen, ohne Mauern zwischen uns. Eine Straße, ein Versteck, ein Geheimnis, ein Versprechen, jeder Fehler wurde geteilt, jede Angst gemeinsam getragen. Wir haben uns geschworen: Keiner trennt uns, keiner dreht uns, keiner macht aus deinem Bruder irgendwann dein Gegenüber. Doch die Jahre kamen leise, zogen Kreise um die Seele, jeder Schritt in eine Richtung, jede Richtung ohne Rückweg. [Refrain] Als wir noch keine Seiten kannten, warst du Blut, obwohl wir keines waren. Heute stehen wir uns gegenüber, und ich sehe nur noch, wer wir waren. Keine Brücke, keine Sprache, keine Wahrheit, die uns beide trägt. Nur Erinnerung wie kalter Rauch, der noch zwischen unsern Schatten lebt. Als wir noch keine Seiten kannten, war die Welt noch nicht in uns entzweit. Heute bist du mir so nah im Gestern und im Heute unendlich weit. [Strophe 2] Dann kamen Menschen mit Entwürfen, mit Erwartungen und Regeln, jeder sagte, was wir werden, keiner fragte, was wir fühlen. Du wurdest härter, ich wurde stiller, du wolltest Ordnung, ich wollte Flucht, du nanntest meine Freiheit Wahnsinn, ich nannte deine Sicherheit Sucht. Und jedes Gespräch wurde ein Urteil, jeder Blick ein stilles Verhör, jede Wahrheit eine Waffe, jede Nähe ein Störmanöver. Ich weiß nicht mehr, wann es kippte. Vielleicht gab es keinen Moment. Vielleicht stirbt so eine Freundschaft nicht im Feuer, sondern getrennt. Langsam. Ein Treffen weniger. Ein Satz zu viel. Ein Anruf, der nicht kam. Ein Schweigen, das blieb. Bis zwei Menschen, die alles wussten, nichts mehr voneinander verstehen. Bis aus „Wir gegen die Welt“ nur noch „Du gegen mich“ entsteht. [Refrain] Als wir noch keine Seiten kannten, warst du Blut, obwohl wir keines waren. Heute stehen wir uns gegenüber, und ich sehe nur noch, wer wir waren. Keine Brücke, keine Sprache, keine Wahrheit, die uns beide trägt. Nur Erinnerung wie kalter Rauch, der noch zwischen unsern Schatten lebt. Als wir noch keine Seiten kannten, war die Welt noch nicht in uns entzweit. Heute bist du mir so nah im Gestern und im Heute unendlich weit. [Outro] Vielleicht war keiner von uns schuldig. Vielleicht waren wir nur nicht stark genug. Nicht stark genug gegen die Jahre. Nicht stark genug gegen die Rollen. Nicht stark genug gegen alles, was aus Menschen Seiten macht. Und manchmal sehe ich uns noch laufen. Zwei Kinder. Keine Angst. Keine Front. Nur du und ich. Bevor das Leben uns erklärte, warum wir Feinde sein sollten.
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