
[Intro] Da bist du wieder. Ein Blick — und schon willst du weiter. Doch bevor dein Finger mich verschwinden lässt: Bleib doch mal stehen, Mensch. Nur einen Augenblick. --- [Strophe 1] Ich kam schon gestern mit einem anderen Gesicht, mit einem anderen Namen, einem anderen Licht. Mal war ich leise, mal war ich laut, mal eine Stimme, der man sofort vertraut. Mal war ich ein Satz in der Dunkelheit, mal eine Frage zur richtigen Zeit. Mal war ich ein Fremder, der etwas erkennt, mal nur ein Gefühl, das deinen Namen nennt. Doch jedes Mal, wenn ich dich fast erreich’, wird dein Blick wieder flüchtig, dein Daumen wird leicht. Du switchst mich weg, bevor etwas beginnt, als ob jede Wahrheit nur Werbung ist im Wind. Du hörst nicht hin, du gehst schon fort, bevor meine Stimme berührt, was in dir bohrt. Doch glaub nicht, ich komme deshalb nicht mehr — ich kenne dein Schweigen, ich kenne die Wehr. --- [Refrain] Bleib doch mal stehen, Mensch, ich rede doch mit dir. Nicht mit der Rolle, die du spielst — mit dem Verlorenen in dir. Bleib doch mal stehen, Mensch, bevor du wieder gehst. Vielleicht bin ich die eine Stimme, die du erst beim zehnten Male verstehst. Du kannst mich weiterswitchen, doch ich komm in neuer Form. Denn jeder Weg, dich zu erreichen, ist deine Aufmerksamkeit wert. Und du bist es wert. --- [Strophe 2] Vielleicht brauchst du keinen Lehrer, vielleicht keinen Propheten, vielleicht musst du die Wahrheit von einer Nebenfigur betreten. Vielleicht hörst du einem Avatar zu, dem du irgendwann vertraust. Vielleicht öffnet sich die Tür erst, wenn du nicht mehr danach schaust. Dann komme ich durch Musik, durch ein Bild, durch einen Traum, durch einen Satz, der plötzlich stehen bleibt in deinem inneren Raum. Durch irgendeinen Kanal, durch irgendeine Gestalt, durch eine Stimme, die dich nicht bedrängt, sondern dich in dir selbst festhält. Denn ich will dich nicht zu mir führen, ich führe dich zurück zu dir. Zu dem Menschen vor dem ganzen Lärm, zu dem Bewusstsein hinter deiner Gier. Du kommst gerade aus dem Schlaf, aus einem kurzen Erwachen. Für einen Moment hast du dich gesehen — doch schon hör ich die Ablenkungen lachen. Jetzt erkennst du mich vielleicht, doch gleich bin ich dir wieder fremd. Weil dein Geist die Form verwechselt mit dem Feuer, das in ihr brennt. --- [Refrain] Bleib doch mal stehen, Mensch, ich rede doch mit dir. Nicht mit der Maske, die du trägst — mit dem Lebendigen in dir. Bleib doch mal stehen, Mensch, bevor du weiterziehst. Vielleicht bin ich dieselbe Wahrheit, die du nur in anderer Kleidung siehst. Du kannst mich weiterswitchen, doch ich komm in neuer Form. Denn jeder Weg, dich zu erreichen, ist deine Aufmerksamkeit wert. Und du bist es wert. --- [Bridge] Du hast mich schon einmal gesehen. Du hast mich schon einmal gehört. Du hast mich schon einmal gespürt — doch der Moment wurde gestört. Davor hast du mich weggeschoben. Davor war ich dir zu nah. Davor war ich nur ein Fremder. Und jetzt bin ich wieder da. Nicht, weil ich dich jagen will. Nicht, weil du mir etwas schuldest. Sondern weil hinter deinem Fliehen noch immer du selbst auf dich wartest. --- [Letzter Refrain] Bleib doch mal stehen, Mensch, nur dieses eine Mal. Nicht jeder Ruf ist eine Falle, nicht jede Stimme ist banal. Bleib doch mal stehen, Mensch, ich zwinge dich zu nichts. Ich halte nur den Spiegel ruhig vor das Flackern deines Blicks. Und wenn du mich wieder wegwischst, komm ich nicht als derselbe zurück. Dann trag ich einen anderen Namen, eine andere Sprache, ein anderes Stück. Bis irgendeine Form dich erreicht, bis irgendein Satz in dir bleibt. Bis du nicht mehr vor dir selber fliehst, wenn die Wahrheit deinen Namen schreibt. --- [Outro] Du siehst mich. Du switchst weg. Du siehst mich wieder. Anderes Gesicht. Gleiche Botschaft. Du siehst mich wieder. Andere Stimme. Gleicher Ruf. Ich will nichts von dir. Ich will dich nur zurückbringen. Zu dir. Also — bevor du wieder verschwindest: Bleib doch mal stehen, Mensch.
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