
Wir kennen den Lohn und den Preis für das Brot, wir kennen die Schuld auf dem Tisch. Wir kennen den Schacht und die Kälte im Hof, wir kennen den Namen: Mensch. Wir sind nicht der Rücken, den man bricht, nicht die Hand, die man vergisst. Wir sind nicht das Werkzeug ohne Gesicht, wir sind das Volk, das arbeitet. Chor: Viele Hände halten, eine Hand zerbricht. Viele Stimmen tragen, eine schweigt man nicht. Gebt uns Recht und Brot und Namen, gebt uns Schule, Dach und Licht. Viele Hände halten, eine Hand zerbricht. Wir wollen kein Mitleid, das man uns hinwirft, wenn Herren am Fenster stehn. Wir wollen ein Recht, das im Winter noch gilt, wenn keine Zeugen sehn. Wir bauen die Häuser, wir tragen das Korn, wir ziehen den Wagen durchs Land. Wir heizen die Öfen, wir zählen das Erz, doch wer zählt die arbeitende Hand? Chor: Viele Hände halten, eine Hand zerbricht. Viele Stimmen tragen, eine schweigt man nicht. Gebt uns Recht und Brot und Namen, gebt uns Schule, Dach und Licht. Viele Hände halten, eine Hand zerbricht. Für Kinder ein Bett und ein Morgen mit Schrift, für Alte ein Feuer im Stein. Für Kranke ein Brot, für Verletzte ein Recht, für Witwen: Ihr seid nicht allein. Schreib meinen Namen, Gunter, schreib ihn fest, nicht für Herren, nicht für Gold. Schreib ihn zu denen, die neben mir stehn, damit keiner uns einzeln holt. Chor: Viele Hände halten, eine Hand zerbricht. Viele Stimmen tragen, eine schweigt man nicht. Gebt uns Recht und Brot und Namen, gebt uns Schule, Dach und Licht. Viele Hände halten, eine Hand zerbricht. Goldwacht ist reich an Silber und Erz, reich an Waage, Bank und Stein. Dann soll sie auch reich an Gerechtigkeit sein, reich an Brot für Groß und Klein. Und sagt uns der Vogt, wir sollen still sein, dann fragen wir laut zurück: Wer setzte den Stuhl unter euren Leib? Wer trägt hier der Stadt Geschick? Chor: Viele Hände halten, eine Hand zerbricht. Viele Stimmen tragen, eine schweigt man nicht. Gebt uns Recht und Brot und Namen, gebt uns Schule, Dach und Licht. Viele Hände halten, eine Hand zerbricht. Wir bitten nicht klein, wir stehen nicht stumm, wir kommen bei Tag, nicht bei Nacht. Wer Hände fürchtet, die Arbeit tun, hat nie ihre Kraft bedacht. Drum tritt in die Kasse, Schwester und Bruder, Magd, Knecht, Geselle, Kind. Wer allein geht, fällt im Regen, wer zusammen geht, trotzt dem Wind. Chor: Viele Hände halten, eine Hand zerbricht. Viele Stimmen tragen, eine schweigt man nicht. Gebt uns Recht und Brot und Namen, gebt uns Schule, Dach und Licht. Viele Hände halten, eine Hand zerbricht.
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