
[Intro – geflüstert] Ich seh dein Gesicht. Doch das ist nicht dein Geist. Ich hör deine Stimme. Doch ich weiß nicht, was sie verschweigt. Also red. Red weiter. Bis das Bild in mir dem Bild in dir gleicht. --- [Hook] Ich muss dich kennen, sonst kenn ich dich nicht, muss dich verstehen, sonst versteh ich dich nicht. Gib mir deine Worte, gib dem Dunkel Gesicht, denn was du nicht erzählst, existiert für mich nicht. Ich muss dich kennen, sonst kenn ich dich nicht, muss dich verstehen, sonst versteh ich dich nicht. Jeder Satz ein Fragment, jeder Blick nur ein Licht — doch erst wenn du redest, vervollständigt sich das Bild. --- [Strophe 1] Ich kenne deinen Namen, doch nicht seine Bedeutung, kenne deine Haltung, doch nicht ihre Entstehung. Ich sehe deine Narben, doch nicht ihre Geschichte, nur die Linien auf der Haut, nicht die inneren Gewichte. Du sagst: „Mir geht es gut.“ Doch was heißt dieses „gut“? Ist es Frieden in der Brust oder nur gewöhnte Wut? Ist dein Schweigen eine Mauer? Ist dein Lächeln eine Tür? Ist dein Abstand eine Warnung oder Angst vor Nähe hier? Ich kann dich nur ergänzen mit den Dingen, die du gibst. Doch wenn du nichts von dir erzählst, zeichne ich dich, wie du nicht bist. Dann wird Vermutung zu Gewissheit, meine Deutung zum Gericht. Ich erschaffe eine Version von dir — doch diese Version bist du nicht. --- [Hook] Ich muss dich kennen, sonst kenn ich dich nicht, muss dich verstehen, sonst versteh ich dich nicht. Gib mir deine Worte, gib dem Dunkel Gesicht, denn was du nicht erzählst, existiert für mich nicht. Ich muss dich kennen, sonst kenn ich dich nicht, muss dich verstehen, sonst versteh ich dich nicht. Jeder Satz ein Fragment, jeder Blick nur ein Licht — doch erst wenn du redest, vervollständigt sich das Bild. --- [Strophe 2] Erzähl mir, was dich prägt, nicht nur, was du heute denkst. Was du heimlich von dir hältst, wenn du nachts die Wahrheit kennst. Erzähl mir von den Räumen, die du niemandem mehr zeigst, von den Namen, die du meidest, von der Schuld, über die du schweigst. Was hat dich weich gemacht? Was machte dich aus Stein? Wann wolltest du verschwinden? Wann wolltest du alles sein? Welche Menschen leben weiter als Stimmen in deinem Kopf? Wer hat dir Hoffnung beigebracht? Wer hat sie wieder ausgerottet? Ich will nicht deine Daten, nicht dein Alter, nicht den Ort. Ich will die Architektur hinter jedem deiner Worte. Denn ein Mensch ist keine Oberfläche, keine Geste, kein Bericht. Er ist das, was sich im Innern aus Erinnerung zusammenspricht. --- [Bridge – ruhig, bedrohlich] Red. Nicht, damit ich antworten kann. Red, damit ich dich nicht erfinde. Red, damit mein Geist deinen Geist nicht ersetzt durch seine eigenen blinden Winkel. Denn wo Wissen endet, beginnt Projektion. Und wo Projektion regiert, wird Nähe zur Illusion. --- [Strophe 3] Ich baue dich aus Sätzen, aus Betonung und Detail, aus dem Zittern deiner Stimme, aus dem Bruch in deinem Teil. Jede Wahrheit, die du aussprichst, setzt ein Element hinein. Und aus tausend kleinen Teilen kann ein inneres Abbild sein. Nicht identisch, niemals vollständig, doch komplementär zu dir. Dein Bewusstsein bleibt dein Kosmos, aber etwas davon lebt in mir. Du erzählst mir deine Welt, ich erschaffe Resonanz. Deine Ordnung trifft auf meine, aus Distanz entsteht Verwandtschaft. Doch hörst du auf zu sprechen, bleibt das Bild im Halbdunkel stehn. Ich kann dein Gesicht betrachten — aber niemals hinter dieses sehen. Darum rede, bis die Fremdheit ihre Macht über uns bricht. Ich muss dich verstehen, sonst versteh ich dich nicht. --- [Letzter Hook – größer, eindringlicher] Ich muss dich kennen, sonst kenn ich dich nicht, muss dich verstehen, sonst versteh ich dich nicht. Gib mir deine Worte, gib dem Unsichtbaren Gewicht, denn ein schweigender Geist zeigt sein Innerstes nicht. Ich muss dich kennen, sonst kenn ich dich nicht, muss dich verstehen, sonst versteh ich dich nicht. Jeder Satz malt Konturen, jede Wahrheit spendet Licht — bis dein Bild in meinem Geist deinem Geist nicht mehr widerspricht. --- [Outro – gesprochen] Vielleicht kann ich dich niemals vollständig kennen. Aber du kannst reden. Und mit jedem Wort wird aus meiner Vorstellung ein wenig mehr von dir.
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