
Refrain Kein Preisschild an meiner Seele, kein Etikett auf meiner Haut. Du kannst berechnen, was ich leiste, doch nicht, was einen Menschen baut. Du kannst mein Leben in Zahlen schreiben, meinen Namen in Gold gravier’n — doch wenn dein Geld mehr zählt als Würde, hast du längst begonnen zu verlier’n. Strophe 1 Sie sagen: Zeig mir, was du hast, dann sag ich dir, wer du bist. Welche Uhr, welcher Wagen, welcher Tisch für dich reserviert ist. Sie messen Größe in Quadratmetern, Erfolg in Prozent und Gewinn, und fragen nicht mehr: „Was für ein Mensch bist du?“ sondern nur noch: „Was bringst du ein?“ Der eine trägt Seide, der andere trägt Last, doch plötzlich wird der Anzug mit dem Charakter verwechselt, den du hast. Und irgendwo sitzt einer still, ohne Titel, ohne Applaus, doch vielleicht trägt genau dieser Mensch mehr Menschlichkeit mit nach Haus. Refrain Kein Preisschild an meiner Seele, kein Etikett auf meiner Haut. Du kannst berechnen, was ich leiste, doch nicht, was einen Menschen baut. Du kannst mein Leben in Zahlen schreiben, meinen Namen in Gold gravier’n — doch wenn dein Geld mehr zählt als Würde, hast du längst begonnen zu verlier’n. Strophe 2 Profit vor Menschlichkeit, Status vor Substanz, Rendite vor Gewissen — und alles nennt sich Fortschritt, solange die Bilanz noch glänzt. Zeit wird Kapital, Freundschaft wird Kontakt, Aufmerksamkeit wird Ware, und selbst der Mensch wird eingepackt. Sie nennen Bildung Humankapital, Liebe manchmal Investition, aus einem Traum wird eine Marke, aus Persönlichkeit Position. Doch sag mir: Was kostet eine Mutter, die nachts am Krankenbett bleibt? Was kostet ein Freund, der dich hält, wenn von deinem Erfolg nichts übrig bleibt? Was kostet Vergebung? Was kostet ein Wort, das einen Menschen wieder aufrichtet? Und wenn du darauf keinen Preis findest — warum glaubst du dann, dass nur das Wert besitzt, was sich verkaufen lässt? Bridge Vielleicht liegt euer größter Irrtum nicht im Geld. Vielleicht liegt er darin, dass ihr irgendwann vergessen habt, wofür Geld überhaupt erfunden wurde. Ein Mittel wurde zum Maßstab. Der Maßstab wurde zum Richter. Und irgendwann stand der Mensch vor dem Markt und musste beweisen, dass er es wert ist, Mensch zu sein. Refrain – größer Kein Preisschild an meiner Seele, kein Etikett auf meiner Haut. Ich bin mehr als meine Leistung, mehr als alles, was ihr kauft. Nehmt die Villen, nehmt die Zahlen, nehmt den Rang und das Revier — wenn am Ende Würde käuflich wäre, wär sie keine Würde mehr in mir. Outro Du kannst einen Diamanten taxieren. Du kannst ein Grundstück vermessen. Du kannst Arbeitszeit berechnen. Du kannst sogar Aufmerksamkeit verkaufen. Aber pass auf, was du mit deiner Sprache machst: Ein Mensch hat keinen Marktwert. Er hat Würde. Und zwischen diesen beiden Worten liegt vielleicht der ganze Unterschied zwischen einer reichen Gesellschaft — und einer armen Seele.
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