
[Intro] Ich trink nicht, weil ich feiern will, ich trink, damit ich mich nicht fühl. Denn nüchtern hör ich jede Stimme, die mir sagt, dass ich nichts bin. [Part 1] Ich hab „Familie“ auf die Haut, „Loyalität“ daneben, hab zwei Worte tätowiert, weil sie für mich Leben bedeuten. Für euch vielleicht nur Tinte, die irgendwann verblasst, für mich war das ein Versprechen, das ihr nie gehalten habt. Wir teilen dasselbe Blut, doch ich fühl mich wie ein Fremder, ich kenn eure Gesichter, doch erkenne keine Familie mehr. Meine Mutter gab mir Leben, doch nahm mir Stück für Stück das Gefühl, irgendwo auf dieser Welt zu Hause zu sein. Ich war der, der euch gehalten hat, als ihr selber gefallen seid, hab jedes schlechte Wort geschluckt, aus Angst vor Einsamkeit. Hab euch beschützt mit meiner letzten Kraft, doch keiner hat gefragt, was diese Rolle mit mir macht. [Pre-Hook] Und jetzt bin ich wütend, weil ich eigentlich nur Liebe wollte, ich wurde laut, weil mich keiner hörte, wenn ich leise war. Ich bin nicht kalt geworden – ich bin ausgebrannt, hab mein Herz so oft verschenkt, bis ich keins mehr fand. [Hook] Ich trink auf die Familie, die ich niemals hatte, auf jedes „Ich liebe dich“, das nie wirklich etwas bedeutete. Ich trink, bis meine Augen nicht mehr wissen, wer ich bin, weil nüchtern jede Erinnerung wieder durch mich hindurchschneidet. Und wenn du meine Haut siehst, dann frag dich, was sie wiegt, denn „Loyalität“ tut weh, wenn sie nur einer von euch lebt. Vielleicht heilt die Zeit – doch Bruder, gib mir Zeit, ich muss erst mich selbst retten, bevor ich irgendwen verzeih. [Part 2] Ich hab Angst vor mir selbst, wenn die Wut in mir erwacht, denn ich weiß, wie schnell aus Liebe blanker Hass entfacht. Ich will niemanden verletzen, doch ich verletz mich jeden Tag, mit jedem Schluck, mit jedem Gedanken, den ich niemandem sag. Die Flasche kennt mein Innerstes besser als ihr, sie hört mir zu, ohne einmal zu sagen: „Was stimmt nicht mit dir?“ Doch morgens liegt sie leer neben meinem Bett, und der Schmerz ist noch da – nur mein Kopf ist komplett weg. Vielleicht bin ich nicht kaputt, vielleicht bin ich nur müde, vom Kämpfen gegen Schatten, die ich niemals besiege. Ich will kein Mitleid, ich will einfach nur verstehen, warum Menschen, die man liebt, einen dazu bringen zu gehen. [Outro] Also gib mir Zeit… nicht um euch zu vergessen. Nicht um euch zu hassen. Sondern um herauszufinden, wer ich bin, wenn ich nicht mehr für euch kämpfen muss. Und irgendwann seh ich die Tinte auf meinem Arm vielleicht nicht mehr als Beweis für eure leeren Versprechen. Sondern als Erinnerung daran, dass ich einmal geglaubt habe, dass Familie etwas Heiliges ist. Vielleicht war ich nicht falsch. Vielleicht war ich nur bei den falschen Menschen loyal.
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