
[Strophe 1] Früher hieß es: unmöglich, also hab ich hingeseh’n. Wo die anderen Grenzen sahen, wollt ich wissen, was dahinter steht. Jede Regel hatte Risse, jede Wahrheit einen Rand, und aus jedem „Das geht niemals“ wuchs mir etwas in die Hand. Ich hab schwarze Schwäne gesucht, einen nach dem andern gefunden. Aus Sekunden wurden Brüche, aus den Brüchen neue Stunden. [Refrain] Ich seh nur noch schwarze Schwäne, überall, wohin ich geh. Jede Grenze wird durchlässig, jede Ordnung tut schon weh. Ich seh Möglichkeiten wachsen, wo vorher nur Mauern war’n. Und jetzt such ich, fast verzweifelt, nur noch einen weißen Schwan. Nur einen weißen Schwan. Etwas, das einfach bleibt. Etwas, das nicht hinterfragt, warum es überhaupt noch treibt. [Strophe 2] Ich hab gelernt, das Seltene aus dem Normalen rauszudreh’n. Hab im Zufall Muster gefunden, wo die anderen nichts mehr seh’n. Jede Ausnahme wurde Sprache, jede Abweichung ein Signal. Und irgendwann war das Besondere für mich plötzlich ganz normal. Das Unmögliche verlor seine Würde als Ausnahme. Denn wenn alles möglich werden kann, wer schützt mich dann vor seinem Namen? [Refrain] Ich seh nur noch schwarze Schwäne, überall, wohin ich geh. Jede Grenze wird durchlässig, jede Ordnung tut schon weh. Ich seh Möglichkeiten wachsen, wo vorher nur Mauern war’n. Und jetzt such ich, fast verzweifelt, nur noch einen weißen Schwan. [Bridge] Gib mir etwas ohne Hintertür. Etwas, das nicht flieht vor mir. Eine Wahrheit ohne zweite Haut, einen Boden, dem man wirklich traut. Keine Anomalie. Kein versteckter Plan. Kein „Vielleicht doch“. Kein „Irgendwann“. Nur etwas, das sich nicht verwandelt, wenn mein Blick es länger hält. Vielleicht ist heute das Gewöhnliche das Seltenste auf dieser Welt. [Refrain] Ich seh nur noch schwarze Schwäne, ganze Schwärme zieh’n vorbei. Was mal Ausnahme gewesen, ist für mich schon Einerlei. Ich hab so oft das Unmögliche aus dem Möglichen getan, dass ich heute unter Tausenden nur noch such: den weißen Schwan. [Outro] Früher suchte ich das Wunder mitten in der Wirklichkeit. Heute such ich Wirklichkeit mitten in der Möglichkeit. Schwarze Schwäne über mir. Schwarze Schwäne irgendwann. Und ich steh hier zwischen Welten und such meinen weißen Schwan.
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