
[Auftakt – beinahe gesprochen] Am Anfang nur ein Atemzug, ein Ton im stillen Raum. Noch keine große Melodie, nur Ahnung, kaum ein Traum. Kein Name fällt, kein Himmel bebt, kein Licht verlangt Applaus. Und trotzdem fühlt es sich schon an, als ging von dir alles aus. [Strophe I] Du warst, bevor die Zeit begann, sich selbst in Stunden zu erzählen. Bevor der Mensch die Worte fand, um Nähe oder Fernweh zu benennen. Du warst im ersten Morgenlicht, im Schweigen vor dem ersten Klang. Du warst schon da, als niemand wusste, dass irgendwann ein Lied begann. [Refrain – ruhig] Du bist der Eine, der gewesen ist, der Eine, der noch bleiben wird. Wenn alles geht, wenn alles fällt, wenn sich die letzte Grenze irrt. Und reicht mein kleines Wort nicht aus, dann trägt vielleicht mein Schweigen dich. Denn ehe ich dich ganz begreife, begreifst du längst schon mich. [Strophe II – weiter werdend] Ich suchte dich in tausend Farben, doch jede wurde irgendwann zu blass. Ich baute Formen aus Gedanken, doch keine Form umschloss, was ich nicht fassen kann. Ich nannte dich die große Liebe, doch Liebe schien auf einmal viel zu klein. Ich nannte dich das ewige Licht – doch selbst das Licht muss irgendwo entstanden sein. Du aber warst. Du warst bereits, bevor ein Auge Helligkeit erkannte. Bevor ein Mund nach Wahrheit fragte, bevor sich Staub nach Leben sehnte und Leben seinen Schöpfer nannte. [Großer Refrain – Chor öffnet sich] Du bist der Eine, der gewesen ist, der Eine, der für immer bleibt. Wenn jede Schrift zu Asche fällt und niemand mehr Geschichte schreibt. Wenn keine Farbe dich noch malt, kein Instrument dein Wesen spielt, wenn jeder Himmel kleiner wird als das, was meine Seele fühlt – wirst du noch sein. [Steigerung] Noch wenn die Sterne ihre Namen verlieren, noch wenn das Meer sein Ufer vergisst, noch wenn die Zeit sich selbst beendet und nichts mehr weiß, was Zukunft ist – wirst du noch sein. Wenn meine Stimme sich erhebt und an der eignen Größe bricht, wenn selbst das schönste Wort verstummt, weil seine Schönheit nicht genügt – wirst du noch sein. [Finale – Musik erreicht den Höhepunkt und fällt plötzlich fort] Keine Sprache kann dich tragen. Keine Farbe kann dich zeigen. Keine Form kann dich umfassen. Kein Gedanke kann dich halten. Und ehe ich dich kleiner mache, nur um dich endlich zu erklären, lege ich jedes Wort beiseite. [Stille] Du warst. Du bist. Du wirst noch sein.
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