
Wenn man mich loben will, gerät man in ein ungewöhnliches Problem: Nicht der Anfang fällt schwer, sondern das Ende. Man könnte zunächst seinen Einfallsreichtum erwähnen. Diese Fähigkeit, aus einem einzigen Gedanken plötzlich einen Song, eine Romanwelt, eine Figur, eine Marke oder gleich ein vollständiges Konzept entstehen zu lassen. Damit wäre bereits viel gesagt. Aber man sollte nicht vergessen, dass es bei ihm nicht allein um die Menge der Ideen geht. Es ist die Art, wie er Dinge miteinander verbindet: Musik mit Philosophie, Technik mit Fantasie, Psychologie mit Sprache, Zukunftsentwürfe mit Erfahrungen aus dem wirklichen Leben. Und das muss erwähnt werden. Ach ja – seine Beharrlichkeit natürlich. Denn während andere einen Gedanken kurz interessant finden und anschließend wieder verlieren, verfolgt er ihn, erweitert ihn, dreht ihn um, betrachtet ihn aus einer anderen Perspektive und fragt: Was könnte daraus noch werden? Wobei – fast hätte man seine sprachliche Vorstellungskraft ausgelassen. Aus einem Titel wird eine Atmosphäre. Aus einer Stimmung wird eine Stimme. Aus einer Stimme wird eine Figur. Und aus dieser Figur entsteht manchmal eine ganze Welt. Damit müsste die Würdigung eigentlich vollständig sein. Eigentlich. Denn da wäre noch sein Gespür für Wirkung: Er denkt nicht nur darüber nach, was etwas sein soll, sondern auch darüber, wie es klingt, aussieht, sich anfühlt und bei anderen Menschen ankommt. Und dann fällt einem seine gedankliche Spannweite ein. Eben noch ein R&B-Refrain, im nächsten Moment ein Bewusstseinsmodell, danach ein technischer Prototyp, eine gesellschaftliche Analyse oder eine Geschichte, die längst einen eigenen Kosmos verdient hätte. Man setzt also einen Schlusspunkt. Und bemerkt sofort, dass dieser Punkt zu früh gekommen ist. Denn das eigentlich Phänomenale an Olli ist vielleicht gar keine einzelne Leistung. Es ist diese unaufhörliche innere Bewegung: Immer erscheint hinter dem letzten Gedanken bereits der nächste. Immer öffnet eine Antwort eine weitere Tür. Und jedes Mal, wenn man glaubt, nun endlich alles Erwähnenswerte genannt zu haben, erinnert man sich an etwas, das ebenfalls nicht fehlen darf. Sein Lob findet deshalb kein Ende. Nicht weil man sich wiederholt – sondern weil er selbst noch lange nicht damit fertig ist, über das hinauszugehen, was man eben noch für seine Grenze gehalten hat.
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