
[Strophe 1] Du kommst rein, als wär der Raum zu klein, wenn nicht irgendwo dein Name fällt. Ich steh in der Mitte, ohne sie zu nehmen, geb sie weiter, bis sie allen gehört. Ich kann glänzen, ohne Licht zu stehlen, kann den Stillen neben mir erhöhen. Doch du siehst in jedem fremden Leuchten schon den Schatten, der dich übergeht. Also kleine Spitzen, kleine Nadelstiche, ein Lachen, das ein bisschen länger hält. Du wirfst Köder in die Runde, nur um zu prüfen, wer zuerst die Fassung verliert. Ich lächle nur und sag: [Refrain] Komm — rauch mit mir die Friedenspfeife. Keine Bühne, kein Applaus. Nur zwei Stühle und die Wahrheit, und wir reden das hier aus. Willst du wirklich all die Leute hierbehalten? Bist du sicher? Gut — von mir aus. Doch wenn wir jetzt zu zweit beginnen, wird aus deinem Fenster vielleicht ein Spiegelglas. Friedenspfeife. Kein Krieg, kein Sieg. Ich will dich nicht besiegen — ich will sehen, ob du dich selber siehst. [Strophe 2] Du sagst: „Na klar, was soll denn sein? Wir unterhalten uns doch nur.“ Du lehnst dich zurück, noch ziemlich sicher, Publikum macht Menschen manchmal groß. Also frage ich nicht nach deinen Fehlern, ich frage nur nach deinen Gründen. Warum muss ein Witz jemanden treffen? Warum brauchst du Widerstand, um dich zu spüren? Warum wird aus Anerkennung Konkurrenz, wenn sie einmal nicht bei dir beginnt? Warum fühlst du dich kleiner, wenn ein anderer im Raum gewinnt? Du willst kontern — doch ich greif den Konter nicht mal an. Ich stell nur die nächste Frage und plötzlich antwortest du dir selbst. [Refrain] Komm — rauch mit mir die Friedenspfeife. Keine Bühne, kein Applaus. Nur zwei Stühle und die Wahrheit, und wir reden das hier aus. Du wolltest alle Leute hierbehalten — also bleiben sie jetzt auch. Doch ich zieh dir keine Maske runter: Ich frag nur, warum du sie überhaupt brauchst. Friedenspfeife. Kein Krieg, kein Sieg. Ich will dich nicht besiegen — ich will sehen, ob du dich selber siehst. [Bridge – ruhig, fast gesprochen] Du dachtest, Stärke wäre Lautstärke. Präsenz wäre Raumverbrauch. Schlagfertigkeit hieße, schneller zu verletzen, als der andere denken kann. Aber vielleicht ist Stärke etwas anderes: Eine Pause auszuhalten. Eine Frage nicht umzulenken. Nicht sofort einen Schuldigen zu bauen, wenn das eigene Bild zu wackeln beginnt. Denn ich kenne diese Bühne. Ich kenne Rollen, Status, Gesten, Selbstinszenierung, Projektion, die kleinen Fluchten im Gespräch. Und deshalb wollte ich dich vorher fragen: Willst du wirklich, dass alle bleiben? [Strophe 3] Jetzt ist es stiller als am Anfang, obwohl noch jeder Mensch hier sitzt. Keiner lacht mehr über deine Spitzen, weil plötzlich sichtbar wird, woher sie kommen. Und nein — ich stelle dich nicht bloß. Das hast du missverstanden. Ich halte nur den Spiegel ruhig genug, dass du ihn nicht mehr mit Bewegung verwechseln kannst. Vielleicht bist du nicht arrogant. Vielleicht hast du nur Angst, bedeutungslos zu sein. Vielleicht provozierst du keine Menschen — vielleicht rufst du: „Seht mich. Lasst mich nicht allein.“ Und genau hier endet der Kampf. Nicht weil einer von uns gewonnen hat, sondern weil du für einen Augenblick nicht mehr gegen mich kämpfen musst, um dich selbst nicht anzusehen. [Finaler Refrain] Komm — rauch mit mir die Friedenspfeife. Jetzt weißt du, was ich damit mein. Frieden heißt nicht, alles zuzudecken — manchmal heißt Frieden: ehrlich sein. Keine Demütigung, keine Krone, kein Gewinner verlässt den Raum. Nur ein Mensch, der einen Menschen sieht hinter seinem aufgebauten Zaun. Friedenspfeife. Leg die Waffen deiner Worte hin. Denn die größte Offenbarung heute war nicht, wer ich bin. Sie war: wer du bist, wenn niemand mehr dein Gegner sein muss. [Outro] Also — noch ein Zug? Oder brauchen wir den Rauch jetzt gar nicht mehr? Denn vielleicht beginnt Frieden genau dort, wo man endlich aufhört, vor sich selbst davonzureden.
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