
[Intro – gestrichene Rebab, gedämpfte Oud, langsamer Herzschlag auf der Rahmentrommel] [he 1 – tiefer Bariton, elegant, ruhig, sehr nah] Du sahst mich an, bevor ich lächelte. Die Hand schon vor der schönen Gabe. Den Käfig in dem offenen Zimmer. Das Blut noch vor der ersten Narbe. Und dennoch hast du standgehalten. Kein Blick zur Tür, kein frommes Flehn. Als wäre unter all dem Schweigen noch immer nur ein Mann zu sehn. [he 2 – heller, weicher Tenor, vorsichtig und klar] Du gabst mir Licht und warme Kleider, Milch, Bücher, Wasser, Brot. Du gabst mir alles, was ich brauchte, und hieltest selbst den Schlüssel fest. Ich blieb nicht hier. Ich konnte nicht gehen. Verwechsle beides nicht noch einmal. Doch immer, wenn du vor mir standest, sah ich dich an. Das war meine Wahl. [Pre-Chorus – abwechselnd, lange Pausen] [he 1] Du kennst mich. [he 2] Nein. [he 1] Du fürchtest mich. [he 2] Ja. [he 1] Und trotzdem— [he 2] Bin ich da. [Chorus – beide Stimmen, eng beieinander, nicht vollkommen harmonisch] [both] Wenn du mich erkennst, bist du nicht mehr unschuldig. Wenn ich dich erkenne, bin ich nicht mehr allein. Zwischen deinem Nein und meinem Namen passt kein Morgen mehr hinein. Wenn du mich erkennst, wirst du mein Zeuge sein. [Verse 2 – tiefer Bariton, zunehmend besitzergreifend] [he 1] Ich legte dir ein Reich zu Füßen. Du fragtest nur, wo der Ausgang sei. Ich schenkte Ashkar, Kareth, Grenzen— [he 2 – fällt ihm ruhig ins Wort] Und nanntest keinen Menschen dabei. [he 1] Ich könnte jede Mauer öffnen. [he 2] Dann öffne diese hier für mich. [he 1] Ich könnte jede Welt dir schenken. [he 2] Ich bat um keine. Nur um mich. [Pre-Chorus – Musik verdichtet sich] [he 1] Bleib. [he 2] Lass mich wählen. [he 1] Sag Ja. [he 2] Öffne die Tür. [he 1] Ich liebe dich. [he 2] Was bedeutet das bei dir? [Chorus – Stimmen überlagern sich stärker] [both] Wenn du mich erkennst, bist du nicht mehr unschuldig. Wenn ich dich erkenne, bin ich nicht mehr allein. Zwischen deinem Nein und meinem Namen passt kein Morgen mehr hinein. Wenn du mich erkennst, wirst du mein Zeuge sein. [Bridge – alle Trommeln verstummen, nur tiefer Bordun] [he 1 – erstmals hörbar verletzlich] Sag mir: Was bin ich in deinen Augen? [he 2 – ohne Zögern] Ein Mann. [he 1] Nur das? [he 2] Das ist mehr, als du glaubst. [Instrumental – Rebab und Oud spielen dieselbe Melodie gegeneinander verschoben] [Final Chorus – beide Stimmen beginnen getrennt und finden erst spät zusammen] [he 1] Wenn du mich erkennst— [he 2] Muss ich dir nicht gehören. [he 1] Wenn ich dich erkenne— [he 2] Musst du mich nicht verstehn. [both] Zwischen deiner Hand und meiner Kehle bleibt noch immer eine Wahl bestehn. Wenn du mich erkennst, lass mich trotzdem gehn. [Outro – nur die beiden Stimmen] [he 1, flüsternd] Wirst du gehen? [he 2] Öffne die Tür. [he 1] Und dann? [he 2] Dann wirst du es wissen.
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