
[Strophe 1] Du warst ein Wagen auf der linken Spur, immer weiter, immer schneller, keine Pause, keine Uhr. Jeder wollte noch ein Stück von deiner Kraft, und du hast selbst im roten Bereich weitergemacht. Neue Straßen, neue Regeln, neues Licht, dein Gehirn baut sich um, doch du bemerkst es nicht. Jede Kurve verlangt eine neue Reaktion, jede Anpassung eine innere Konstruktion. Du nennst es Schwäche, wenn dein Motor leiser klingt, doch vielleicht ist es dein System, das um Ordnung ringt. Vielleicht wird gerade hinter deiner Stirn das Chaos neu sortiert, neu verdrahtet im Gehirn. [Pre-Refrain] Doch du siehst nur diese Lampe, die schon viel zu lange brennt. Und du fragst dich, warum plötzlich niemand mehr den Fahrer kennt. [Refrain] Du musst nicht immer fahren, manchmal musst du stehen bleiben. Du musst nicht immer stark sein, musst dich nicht nach vorne treiben. Wenn der Tank leer ist, ist der Weg nicht gleich vorbei. Vielleicht brauchst du nur die Stille, um bald wieder frei zu sein. Denn ein Auto ohne Treibstoff kannst du treten, kannst du schieben – doch du kommst nicht wirklich weiter, du wirst nur am Weg zerrieben. Du musst nicht immer fahren. Du darfst auch stehen bleiben. [Strophe 2] Du hast weiter Gas gegeben, obwohl nichts mehr in dir war, hast gelächelt für die Menschen, doch dein Inneres war starr. Hast den Körper durch die Tage wie ein schweres Wrack geschoben, während alle um dich sagten: „Du musst einfach weiter nach oben.“ Doch sie wissen nicht, wie schwer ein Wagen wirklich wiegt, wenn kein Motor mehr dich trägt und jede Kraft am Asphalt liegt. Jeder Meter wird zur Prüfung, jeder Atem wird zur Pflicht, und du schiebst dein ganzes Leben, doch du fährst es längst nicht. Vielleicht ist diese Tiefe kein Versagen deiner Kraft. Vielleicht ist sie die Werkstatt, die dich neu zusammenbaut. Vielleicht braucht dein Nervensystem den Rückzug aus dem Lärm, einen Ort, an dem es nichts mehr muss, nur Ruhe, Schutz und Wärme. [Pre-Refrain] Denn auch Straßen brauchen Grenzen, auch Maschinen brauchen Zeit. Und nicht jede stille Phase ist das Ende deiner Reise. [Refrain] Du musst nicht immer fahren, manchmal musst du stehen bleiben. Du musst nicht immer stark sein, musst dich nicht nach vorne treiben. Wenn der Tank leer ist, ist der Weg nicht gleich vorbei. Vielleicht brauchst du nur die Stille, um bald wieder frei zu sein. Denn ein Auto ohne Treibstoff kannst du treten, kannst du schieben – doch du kommst nicht wirklich weiter, du wirst nur am Weg zerrieben. Du musst nicht immer fahren. Du darfst auch stehen bleiben. [Bridge] Eine Raupe muss verschwinden, damit Flügel entstehen können. Sie muss sich dem Blick entziehen, muss nicht kämpfen, muss nicht rennen. Doch wenn du sie zwingst, Raupe zu bleiben, weil du ihre Ruhe nicht verstehst, hältst du sie in ihrer Hülle, bis du selbst darin vergehst. Eine Blume braucht nicht Leistung, sie braucht Wasser, Raum und Licht. Wenn du sie am Stängel ziehst, wächst sie dadurch schneller nicht. Und wenn du dich durch Dunkelheit immer weiter vorwärts zwingst, kann es sein, dass du dich selbst um deine nächste Blüte bringst. [Finaler Refrain] Du musst nicht immer fahren, manchmal musst du stehen bleiben. Darfst den Schlüssel einmal drehen und den Lärm aus dir vertreiben. Wenn der Tank leer ist, bist du deshalb nicht entzwei. Vielleicht sammelt sich im Stillstand schon die Kraft für etwas Neues an. Lass den Wagen an der Seite. Lass die Welt vorüberziehen. Du musst heute nichts beweisen, musst vor niemandem mehr fliehen. Du musst nicht immer fahren. Du darfst auch stehen bleiben. Denn wer rechtzeitig zu tanken lernt, kann seine Reise weiterschreiben. [Outro] Vielleicht bist du nicht zerbrochen. Vielleicht bist du nur erschöpft. Vielleicht wird in deiner Tiefe gerade etwas neu verknüpft. Bleib stehen. Atme. Tank dich auf. Du bist nicht das Auto, das versagt. Du bist der Mensch, der irgendwann wieder fährt.
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