
[Ăbergabe] Wir haben Freiheit gekauft. Sie steht seitdem in der Garage. Neu. Gut versichert. Bereit fĂŒr jedes Ziel. Kilometerstand: null. [Bestandsaufnahme] Vier Teller aus Plastik, zwei Betten, ein Herd. Eine Karte von Italien, die langsam gelb wird. Im Kasten liegen HandtĂŒcher, die noch nie Wasser sahen. Jemand prĂŒft den Reifendruck, als wĂ€re Vorsicht schon Fahren. Wir sagten: âWenn die Arbeit ruhiger wird.â Dann: âWenn das Wetter besser wird.â Dann irgendwann nur noch: âWir fahren schon noch.â [Refrain] Kilometer null â wir wollten einmal ĂŒberall hin. Die Welt stand drauĂen vor der Garage, und wir standen sicher mittendrin. Kilometer null â alles bereit fĂŒr irgendwann. Wir haben Freiheit gut versichert, nur nie den ersten Tag geplant. [Der Kalender] Nach diesem Sommer. Nach dem Winter. Wenn wir alle gleichzeitig können. Wenn nichts Wichtiges dazwischenkommt. Wenn keiner mĂŒde ist. Wenn keiner Sorgen hat. Die Jahre wurden schneller, die Ausreden vernĂŒnftiger. Der Wohnwagen blieb derselbe. Nur wir wurden Ă€lter darin. [Zweiter Refrain] Kilometer null â wir hatten immer gute GrĂŒnde. Das Leben stand startklar vor uns, wir warteten nur auf eine ruhige Stunde. Kilometer null â kein Unfall, kein falscher Weg. Man kann sich schlieĂlich nicht verfahren, wenn man sich niemals bewegt. [Probefahrt im Kopf] TĂŒr zu! Karte auf! Heute fahren wir einfach fort! Wir frĂŒhstĂŒcken irgendwo in Triest, verlieren uns in einem kleinen Ort. Wir nehmen jede falsche Ausfahrt, weil uns heute keiner finden muss. Am Meer hĂ€ngt WĂ€sche zwischen BĂ€umen, und zum ersten Mal ist keiner spĂ€t dran. Wir streiten ĂŒber StraĂen, lachen ĂŒber jeden Plan. Die Berge ziehân am Fenster vorbeiâ Nein. Das war die Werbung. [ZurĂŒck in der Garage] Das Licht springt an. Die Karte liegt noch da. Italien auch. Auf dem Tisch steht eine Tasse mit einem Sprung am Rand. DrauĂen fĂ€hrt ein Auto vorbei. FĂŒr einen Augenblick wandert sein Licht ĂŒber unsere Windschutzscheibe. Fast sieht es aus, als wĂŒrden wir fahren. [Was wir wirklich aufgehoben haben] Vielleicht wollten wir nicht reisen. Vielleicht wollten wir nur glauben, dass wir jederzeit könnten. Vielleicht war der Wohnwagen kein Fahrzeug, sondern ein Versprechen, das niemand prĂŒfen durfte. Denn solange er hier steht, ist nichts gescheitert. Es hat nur noch nicht begonnen. [Letzte Szene] Es ist kurz nach Mitternacht. Ich setz mich auf den Fahrersitz. Der SchlĂŒssel steckt. Hinter mir: vier unbenutzte Teller, zwei Betten, unser ganzes Irgendwann. Vor mir: das Garagentor. Ich drehe den SchlĂŒssel. Im Haus geht ein Licht an. Ich weiĂ nicht, ob jemand kommt, um mich aufzuhaltenâ oder um mitzufahren.
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