
[Instrumental Intro] [Piano, low cello, distant toms, rising strings, sudden cut] [Verse 1: Male Rap] Ich stell mir diese Frage inzwischen seit Jahren: Warum gibt es überhaupt irgendwas? Nicht, wie Sterne entstehen. Nicht, wie alt das Universum ist. Ich meine wirklich davor. Warum konnte überhaupt irgendetwas passieren? Man kann mir erklären, wie Materie sich verhält, wie Zeit gemessen wird, warum ein Körper fällt. Aber jede Erklärung fängt irgendwo schon damit an, dass etwas existiert, das sich überhaupt erklären lässt. Und da häng ich fest. Ich will keinen Gott, nur weil mir ein Ende ohne ihn Angst macht. Aber ich will auch nicht „Zufall“ sagen und so tun, als wär damit alles geklärt. Ich will keine beruhigende Antwort. Ich will eine ehrliche. [Pre-Chorus: Female] Vielleicht musst du es nicht benennen. Vielleicht musst du noch nichts versteh’n. Manche Fragen werden nicht kleiner, nur weil wir gelernt haben, an ihnen vorbeizugeh’n. [Chorus: Female, Male joining] Warum ist hier nicht einfach nichts? Keine Zeit. Kein Gedanke. Kein Ich. Warum gibt es dieses eine Jetzt, und warum erlebe ausgerechnet ich es? Ich brauch kein Wunder, damit die Frage größer wird. Denn irgendetwas ist hier. Nicht nichts. Etwas. Und ich komm davon nicht los. [Instrumental Break] [Verse 2: Male Rap] Und dann mach ich den Fehler, die Sache wieder viel zu groß zu denken. Galaxien. Unendlichkeit. Anfang und Ende. Bis jemand neben mir über irgendeinen Blödsinn lacht, und ich für fünf Sekunden komplett vergesse, was ich eigentlich herausfinden wollte. Das irritiert mich fast noch mehr. Dass aus all diesem riesigen, unbegreiflichen Zeug am Ende etwas entstehen kann, das einen anderen Menschen vermisst. Dass Materie irgendwann sagt: „Bleib noch.“ Dass ein Gehirn weiß, dass es irgendwann aufhört, und trotzdem Pläne für nächstes Jahr macht. Dass wir wissen, wie unwichtig wir im Maßstab des Universums sind— und uns ein einziger Mensch trotzdem wichtiger sein kann als alles davon. Vielleicht beweist das gar nichts. Wahrscheinlich beweist es gar nichts. Aber ich kann auch nicht so tun, als wär das gewöhnlich. [Pre-Chorus: Female] Vielleicht ist Staunen keine Antwort. Vielleicht ist Zweifel kein Beweis. Aber wenn du ehrlich beides zulässt, bleibt da etwas, das sich nicht einfach wegreden lässt. [Chorus] Warum ist hier nicht einfach nichts? Keine Zeit. Kein Gedanke. Kein Ich. Warum gibt es dieses eine Jetzt, und warum erlebe ausgerechnet ich es? Ich will nichts glauben, nur damit ich nachts besser schlafen kann. Doch etwas ist hier. Nicht nichts. Etwas. Und ich komm davon nicht los. [Bridge: Male Rap] Vielleicht erfinde ich dich. Das hab ich mir oft genug selbst gesagt. Vielleicht gibt mein Kopf dem Ganzen einen Namen, weil er schlecht darin ist, ein endgültiges Ende auszuhalten. Kann sein. Aber dann erklär mir, warum mich die Frage schon beschäftigt hat, lange bevor ich Angst vor der Antwort hatte. Warum fühlt sich „da ist nichts dahinter“ nicht falsch an— sondern einfach genauso unbeweisbar wie alles andere? Ich will dich nicht gewinnen. Ich will keine Diskussion gewinnen. Ich will nicht sagen können: „Siehst du, ich hatte recht.“ Ich würd nur gern wissen, was das hier ist. Und warum überhaupt. [Female] Dann frag weiter. [Male] Das war’s? [Female] Vielleicht. [Male] Ganz schön wenig. [Female] Aber ehrlicher als eine Antwort, die ich dir nur gebe, damit du aufhörst zu fragen. [Build: Cello and female voice rise together] [Male] Warum gibt es etwas— [Female] —plutôt que rien? [Final Chorus: Explosive Duet] WARUM IST HIER NICHT EINFACH NICHTS? Warum gibt es Zeit? Warum gibt es mich? Warum kann dieses Universum über uns selbst nachdenken durch dich und durch mich? Ich muss es heute nicht erklären. Ich muss ihm heute keinen Namen geben. Doch ich werd nicht so tun, als wär die größte Frage von allen schon beantwortet, nur weil wir uns an sie gewöhnt haben. Nicht nichts. Etwas ist da. Etwas denkt. Etwas fragt. Etwas liebt. Und vielleicht— [Silence] [Male] —ist genau das schon verrückt genug. [Final Lift] [Female] Je ne demande pas de certitude. [Male] Ich auch nicht mehr. [Female] Seulement la vérité. [Male] Egal, wohin sie führt. [Both] Warum gibt es etwas und nicht nichts? [Outro: Male] Keine Ahnung. Aber was für eine Frage.
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