
[Verse 1] Ein junger Mann sitzt nachts am Küchentisch. Die Straße schläft. Vor ihm ein leeres Glas. Er schreibt »das All«, dann »Gott«, dann »Wirklichkeit«. Der Stift hält an. Dahinter fehlt noch was. Ein Wasserrand umschließt das Wort »Unendlich«. Er lacht: »Sogar du hast hier einen Rand.« Dann wischt er mit dem Ärmel übers Blatt. Ein bisschen Blau bleibt ihm an seiner Hand. [Pre-Chorus] Er sucht und sucht. Und spürt es längst. Noch ehe er den Namen kennt. [Chorus] Ich such ein Wort, das dich nicht kleiner macht, das alles meint und nichts von dir vergisst. Ich nenn dich Gott. Ich nenn dich Universum. Und spür, dass du noch immer größer bist. Kein Wort groß genug. Kein Wort groß genug. Ich streich die Namen durch. Du bleibst. Du bleibst. [Verse 2] Er liest von Teilchen, Feldern und Neuronen, von Sternenlicht, das länger reist als er. Er schreibt daneben: »Wer erlebt das alles?« Und unterstreicht behutsam dieses »Wer«. Sein Handy leuchtet: »Schläfst du?« Nur zwei Worte. Er lächelt, ehe er die Antwort schreibt. Wie wenig manchmal reicht, um wen zu finden. Wie viel selbst dann noch unbeschrieben bleibt. [Pre-Chorus] Zwei Worte nur. So viel darin. Er legt den Stift zum Handy hin. [Chorus] Ich such ein Wort, das dich nicht kleiner macht, das alles meint und nichts von dir vergisst. Ich nenn dich Gott. Ich nenn dich Universum. Und spür, dass du noch immer größer bist. Kein Wort groß genug. Kein Wort groß genug. Ich streich die Namen durch. Du bleibst. Du bleibst. [Bridge] Er dreht das Blatt um. Die Rückseite ist leer. Zum ersten Mal in dieser Nacht fehlt ihm dort nichts mehr. Muss ich dich ganz erklären, damit ich bei dir sein darf? Kann ich dich beim Namen rufen, wenn ich ihn nie erfahren hab? Er legt die Hand aufs leere Blatt und lässt die Frage da. Der Morgen kommt ganz langsam. Er ist noch immer wach. [Final Chorus] Ich such ein Wort, das dich nicht kleiner macht, das alles meint und nichts von dir vergisst. Ich nenn dich Gott. Ich nenn dich Universum. Und spür, dass du noch immer größer bist. Kein Wort groß genug. Kein Wort groß genug. Das Wort wird es nie geben. Und ich hör trotzdem zu. Kein Wort groß genug. Kein Wort groß genug. Ich streich die Namen durch. Du bleibst. Du bleibst. [Outro] Sein Handy leuchtet wieder. Er schreibt zurück: »Noch wach.« Dann schiebt er seine Hand ins erste Sonnenlicht. Die Tinte geht erst später ab.
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