
[Intro – instrumental] [Verse 1 – Male] Wir waren Kinder und die Nacht war viel zu groß, also gingen wir hinaus und taten einfach so, als wär da draußen nichts, vor dem man Angst haben muss, zwei kleine Männer mit zu viel Mut in der Brust. Wir machten Feuer, irgendwas lag auf dem Rost, haben dumm gekichert, bis uns irgendwann wer hört. Ruß an den Händen, Rauch hing in unsern Sachen, und wir wussten noch nicht mal, wie frei wir damals waren. Kein Geld, kein Plan, kein Morgen, das uns drängt, nur ein Feuer und die Frage, wer als Erster pennt. Heute würd ich viel dafür geben, noch mal dort zu sein, denn damals war die ganze Welt ein paar Schritte weit. [Pre-Chorus – Female, soft] Vielleicht merkt man erst später, was für immer bei einem bleibt. [Chorus – Female] Wenn irgendwann die ganze Welt nicht mehr weiß, wer wir sind, gibt es einen, der dich kannte, als wir beide noch Kinder sind. Kein Blut und trotzdem Familie, kein Schwur und trotzdem für immer. Wir waren arm wie zwei Bettler, doch reich wie Könige miteinander. Und wenn das Leben uns nimmt, was wir glaubten zu brauchen, bleibt irgendwo zwischen gestern und hier immer noch ein Stück von mir bei dir. [Verse 2 – Male] Dann wurden wir älter, zumindest dachten wir das, ein Moped unterm Hintern und die Welt wurde Asphalt. Von Offenhausen bis zurück nach Edt, fünfzig war vernünftig — also fuhren wir sechzig weg. Dann siebzig, dann achtzig, weil Vernunft nicht zu uns passt, du hattest etwas weniger Unfälle, ich hab den Durchschnitt gemacht. Ich kannte irgendwann den Asphalt besser als geplant, doch irgendwie sind wir beide immer wieder aufgestanden. Dann gingen Wege auseinander, wie das Leben Wege trennt, doch es brauchte keine Woche, keinen Abend, kein Event. Ein Blick, zwei Sätze, und wir waren wieder dort. Denn wenn wir etwas sagten, dann stand der andere beim Wort. Und je mehr wir erlebt haben, desto weniger musste man erklären. Aus Freunden wurden Brüder, ohne irgendwen zu fragen, ob wir's wären. [Chorus – Female, wider] Wenn irgendwann die ganze Welt nicht mehr weiß, wer wir sind, gibt es einen, der dich kannte, als wir beide noch Kinder sind. Kein Blut und trotzdem Familie, kein Schwur und trotzdem für immer. Wir waren arm wie zwei Bettler, doch reich wie Könige miteinander. Und wenn das Leben uns nimmt, was wir glaubten zu brauchen, bleibt irgendwo zwischen gestern und hier immer noch ein Stück von mir bei dir. [Verse 3 – Male, darker / more intimate] Die besten Nächte waren irgendwo am Fluss. Au oder Traun — scheißegal, ich weiß es nicht mehr ganz genau. Wir saßen dort im Dunkeln, haben geredet und geraucht, über Dinge, die zwei harte Typen eigentlich niemals brauchen. Zumindest hätten wir das damals wahrscheinlich so gesagt, bis irgendwo ein Ast geknackt hat mitten in der Nacht. Plötzlich Dämonen. Tiere. Hundert Augen aus dem Wald. Zwei unbesiegbare Männer — und wir rannten um unser Leben wie zwei Achtjährige halt. Und zehn Minuten später wieder lässig an den Fluss, als wär überhaupt nichts gewesen, beide viel zu cool für Furcht. Wir redeten über Liebe, über Angst und wer wir sind, haben unsere ganze Männlichkeit für Tiefgang eingetauscht und fanden's trotzdem schlimm. Vielleicht war genau das Stärke, auch wenn wir's damals nicht verstanden: außen hart wie Stahl, innen weich genug, dass wir einander alles sagen konnten. [Break – instruments cut] [Female – almost alone] Vielleicht ist Familie nicht, wer denselben Namen trägt. Vielleicht ist Familie der Mensch, bei dem du nichts verstecken musst. [Cello enters] Der dich lachen sah, bevor das Leben ernst wurde. Der weiß, wo du herkommst. Und trotzdem sehen will, wohin du gehst. [Final Chorus – Female, emotional but controlled] Wenn irgendwann die ganze Welt nicht mehr weiß, wer wir sind, bleibt da einer, der noch weiß, wer hinter allem in dir drin ist. Kein Blut und trotzdem Familie, kein Himmel nötig, um das zu spüren. Wir waren arm wie zwei Bettler, doch reich genug, um nichts zu verlieren. Und sollten hundert Jahre zwischen damals und morgen liegen, brauch ich keine großen Worte — Bruder, du wirst wissen, was sie meinen. [Outro – Male, relaxed] Und ja … wir haben gekifft. Ich geb's zu. Aber kein Ding. Ich bin ja kein Beamter wie du.
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