
[Cold Open – Motoren] Zwei Autos lösen sich vom Werk. Gleiche Ausfahrt. Gleicher Regen. In einem denkt jemand an morgen. Im anderen an die ganze Welt. [Spur A – Danach] Er zählt die roten Ampeln und die Jahre bis zum Schluss. Wenn der letzte Freitag kommt, weiß er nicht, wohin er muss. Er denkt an kleine Aufträge: Zaun, Garage, irgendein Haus. Hauptsache, seine Hände wissen, wie man einen Tag ausfüllt. Er sagt: „Ich brauch nur etwas Neues.“ Doch was er meint, ist vielleicht: „Wer bin ich, wenn niemand mehr auf mich wartet?“ [Spur B – Die Welt] Der andere fährt schweigend und sieht die Schlagzeilen im Glas. Krieg, Hunger, Grenzen, Stimmen, die man längst nicht hören kann. Er denkt: „Wie kann ich ruhig schlafen, wenn so viel vor meinen Augen fällt?“ Er trägt die ganze Welt nach Hause, obwohl sie ihm nicht gehört. Er sucht für alles eine Antwort, damit er seine Angst nicht hört. [Hook] Du denkst in Aufträgen, ich denk in Kontinenten. Du suchst nach Arbeit für danach, ich such, was darunter brennt. Wir fahren dieselbe Straße heim und kommen doch nicht bei uns an. Du suchst nach morgen. Ich nach einem Sinn. Und beide tun wir so, als wär das dasselbe. [Rot] [Blinker klickt] [Spur A] Was mach ich, wenn die Arbeit geht? [Spur B] Was mach ich, wenn die Welt zerbricht? [Spur A] Noch ein Auftrag. [Spur B] Noch ein Gesicht. [Spur A] Noch ein Morgen. [Spur B] Noch ein Licht. [Beide] Grün. [Nach der Ampel] Die Ampel wird grün. Der eine fährt weiter, als wäre damit etwas entschieden. Der andere fährt weiter, als könnte Denken schon Bewegung sein. Zu Hause fragt er: „Sind deine Probleme jetzt kleiner?“ Als müsste sein Morgen leichter werden, sobald meins nicht mehr wehtut. Ich sage: „Es wird schon.“ Weil ich nicht weiß, wie man jemandem erklärt: Wenn meine Probleme kleiner werden, wird seine Zeit nicht automatisch weit. [Was wir beide vermeiden] Vielleicht sind wir uns ähnlicher, als ich auf dieser Fahrt gedacht. Er flieht in seine nächsten Aufgaben. Ich flieh in die ganze Welt hinaus. Wir reparieren Dinge, die uns nicht gehören, damit wir nicht bei uns anfangen. Und beide nennen wir das Leben, weil „Angst“ zu ehrlich klingt. [Letzte Spur] Du musst nicht wissen, wer du nach der Arbeit bist. Du musst nicht schon einen Plan haben, nur weil ein alter endet. Du bist nicht weniger, wenn niemand dich braucht. Und ich kann dich nicht retten, indem ich alles andere rette. Ich kann nur neben dir sitzen, wenn der Abend still wird. [Final Hook] Du denkst in Aufträgen, ich denk in Kontinenten. Du suchst nach Arbeit für danach, ich such, was darunter brennt. Wir fahren dieselbe Straße heim und kommen doch nicht bei uns an. Du suchst nach morgen. Ich such nach dir. Und beide tun wir so, als wär das dasselbe. [Outro] Zwei Autos vor dem Haus. Zwei Motoren werden still. Du suchst nach morgen. Ich such nach dir. Und keiner sagt, dass beides vielleicht dieselbe Angst ist.
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