
[Verse 1] Am Ende stand ich draußen, die Tür fiel hinter mir zu, mit nassen Schuhen, leeren Händen und zu viel Welt im Kopf. Ihr fragt, was übrig bleibt, wenn jede Antwort wackelt— ich sag: die Frage selbst, und jemand, der sie hört. Ein Zufall kann erklären, wie die Sterne Feuer fangen, aber nicht, warum uns Schönheit plötzlich still macht. Ein Wort beschreibt den Schmerz; es trägt ihn nicht für mich. Und Liebe ist kein Beweis—doch sie ist auch nicht nichts. [Verse 2] Hört her, ich bring euch keine Rechnung aus dem Himmel, kein Trick, der jede dunkle Ecke einfach ausradiert. Ich seh die Risse, seh die Kinder, seh das Unrecht, und tu nicht so, als wär ein Gebet schon eine Antwort. Doch wer sagt: „Nur Materie“, sagt mehr als Messung, legt eine Grenze um die Welt und nennt sie dann vollständig. Woher kommt überhaupt, dass etwas ist statt nichts? Warum kann unser Denken diese Welt so tief entziffern? Vielleicht ist Gott kein Lückenfüller für das Unbekannte, sondern Grund, dass Fragen, Freiheit, Wahrheit überhaupt Gewicht haben. Ich prüf den Glauben, ja—ich trag ihn nicht aus Angst. Und wenn ich zweifle, bleibt die Sehnsucht trotzdem wach. [Chorus] Ich glaub an Gott—auch wenn die Zweifel laut sind! Ich glaub an Gott—auch wenn die Nächte hart sind! Nicht weil ich jede Antwort schon in Händen halte, sondern weil ich mitten in der Frage Halt finde. Ich glaub an Gott—hört mich, wenn ich’s sage! Ich glaub an Gott—mit offenem Herzen, ohne Maske! Wenn alles in mir bebt, bleibt dieser Ruf besteh’n: Gott, ich bin hier. Ich bleib hier. Ich will dich seh’n. [Verse 3] Ihr könnt mir widersprechen, ich werd trotzdem weiterdenken, Glaube ist kein Maulkorb und kein Ende vom Gespräch. Wenn Wahrheit nur Geschmack ist, warum streiten wir um Wahrheit? Wenn Würde bloß ein Nutzen ist, wem schulden wir dann Schutz? Ich seh im Menschen mehr als seinen Preis im Markt, mehr als seine Fehler, mehr als das, was er erreicht. Vielleicht ist dieses Mehr ein Echo, keine Formel, ein Fenster, das sich öffnet, ohne dass ich’s ganz versteh. Ich bete nicht, weil ich nie zusammenbreche. Ich bete, weil ich manchmal nicht allein aufstehen kann. [Chorus] Ich glaub an Gott—auch wenn die Zweifel laut sind! Ich glaub an Gott—auch wenn die Nächte hart sind! Nicht weil ich jede Antwort schon in Händen halte, sondern weil ich mitten in der Frage Halt finde. Ich glaub an Gott—hört mich, wenn ich’s sage! Ich glaub an Gott—mit offenem Herzen, ohne Maske! Wenn alles in mir bebt, bleibt dieser Ruf besteh’n: Gott, ich bin hier. Ich bleib hier. Ich will dich seh’n. [Outro] Der Saal wird leer. Mein Mantel tropft. Ich geh nach Haus und lass die Tür einen Spalt offen.
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